01 UdSSR/Russland

Bild: Collage mit Raumfahrtmotiven, links der Astronaut Ed White beim Außeneinsatz; Rechte: NASA/ESA/HST/EUMETSAT

Dossier Raumfahrt


UdSSR/Russland


Die russische Raumstation Mir; Rechte: ddp

Russland ist die Nation mit der größten Raumflugerfahrung. Zwar sind bisher "nur" einhundert Kosmonauten aus den Staaten der früheren Sowjetunion im All gewesen, dafür aber zu zum Teil extrem langen Einsätzen. 18 russische Kosmonauten sind insgesamt länger als ein Jahr im All gewesen, zwei davon sogar länger als zwei Jahre. Den längsten Einsatz am Stück absolvierte der Kosmonaut Waleri Poljakow, der 14 Monate auf der Raumstation Mir verbracht hat.

Russische Raumfahrttechnik wird oft als vermeintlich simpel und rückständig belächelt - völlig zu Unrecht: Die Raketen sind technisch anspruchsvoll und dabei äußerst zuverlässig. Die Sowjets haben ihre vorhandenen Raketen stets nur behutsam erweitert und modernisiert. Einen radikalen Schnitt wie beim Beginn des Shuttle-Programms der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA hat es in der Sowjetunion bzw. in Russland nie gegeben.


Eine russische Proton-K-Rakete; Rechte: dpa

Baikonur - der Weltraumbahnhof

Die Russen starten ihre Kosmonauten seit 1967 mit Sojus-Raketen, den erfolgreichsten Raketen der Welt. Über 1.700mal sind Raketen dieses Typs ins All gestartet - allerdings nur die wenigsten zu bemannten Flügen. Die Flüge zur Internationalen Raumstation (ISS) starten auf dem Raketenbahnhof Baikonur in Kasachstan.

Als sechster Mensch startete am 16. Juni 1963 Valentina Tereschkowa als erste Frau in den Weltraum. Während der Woßchod-2-Mission am 18./19. März 1965 kam es zum ersten Außenbordeinsatz in der Geschichte der Raumfahrt: Alexej Leonow hangelte sich - mit einer fünf Meter langen Nabelschnur gesichert - außen an der Kapsel entlang.

Nach dem verlorenen Wettlauf zum Mond konzentrierten sich die Sowjets ab Anfang der 70er Jahre auf permanent besetzte Stationen. Mit der Raumstation Mir führten sie diese Bemühungen zur Perfektion. Die Mir war der Beginn der Internationalen Raumstation ISS und wurde von Astronauten aus zahlreichen Ländern besucht.


Sowjetische Raumstationen:

Name Bahnhöhe Start Anwesenheitsdauer der Besatzung Bemerkung
Saljut-1 220 km 19.04.1971 23 Tage Am 11.10.1971 gezielt über dem Pazifik verglüht
Saljut-2 250 km 03.04.1973 Keine Astronauten an Bord Kurz nach dem Start außer Kontrolle geraten und zerbrochen
Saljut-3 270 km 24.06.1974 16 Tage Am 24.01.1975 gezielt versenkt
Saljut-4 350 km 26.12.1974 3 Monate Am 03.02.1977 gezielt versenkt
Saljut-5 275 km 22.06.1976 67 Tage Am 08.08.1977 gezielt versenkt
Saljut-6 350 km 29.09.1977 676 Tage, von insgesamt 27 Kosmonauten bewohnt Der ersehnte Durchbruch im sowjetischen Programm; Ende August 1978 war Sigmund Jähn, der erste Deutsche im All, für einige Tage auf Saljut-6; versenkt am 29.07.1982
Saljut-7 260 km 19.04.1982 Bis 1986 von 11 Besatzungen mit insgesamt 29 Personen besucht Erstmals Ankopplung eines zweiten Moduls; abgestürzt am 07.02.1991
Mir 380 km 20.02.1986 15 Jahre Sehr komplex ausgebaute Station; mehr als 130 Tonnen Material und über 30 Meter lang; versenkt am 23.02.2001



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