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Eine Frau mit Kopfhörern; Rechte: AGE/Mauritius
Sendung vom 30.03.2012, 20:05 bis 00:00 Uhr
Karawane in der Wüste; Rechte: WDR/dpa/Weyer

 

Zum 100. Todestag: Der Orientzyklus (1-4)

Hörspiel in 12 Teilen nach den Reiseerzählungen von Karl May

Komposition: Pierre Oser
Bearbeitung und Regie: Walter Adler
Produktion: WDR 2006/ca. 215'

9. Januar 1879. Wegen Amtsanmaßung wird der mehrfach vorbestrafte 37-jährige Schriftsteller Karl Friedrich May vom Königlichen Amtsgericht zu Stollberg in Sachsen zu drei Wochen Gefängnis verurteilt. Mitte August bittet May um Aufschub des Haftantritts, da er sich für literarische Arbeiten noch Bücher besorgen müsse. Am 1. September schließen sich hinter ihm die Tore des Arresthauses in Hohenstein. Die Haft endet am 22. September abends um 19 Uhr. Etwa ein Jahr später erscheint „Im Deutschen Hausschatz“ in Regensburg unter dem Titel „Giölgeda padishanün“ die erste Erzählung mit den beiden Protagonisten Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar. Die zerstückelten, in unregelmäßigen aber schnellen Abständen erscheinenden Zeitschriftenabdrucke fügt der Freiburger Verleger Fehsenfeld ab 1891 zur sechsbändigen Buchausgabe unter dem Titel „Der Orientzyklus“ zusammen.

Die Erzählungen handeln von der Abenteuerreise des Christen Kara Ben Nemsi (Sohn der Deutschen) und des gläubigen Moslems Hadschi Halef Omar, die sie von Algerien über Ägypten quer durch die Sahara ans Rote Meer und zu den Heiligen Stätten des Islam führt. Sie durchqueren die Arabische Halbinsel, reisen ins Zweistromland von Euphrat und Tigris und weiter nach Konstantinopel, dem heutigen Istanbul. Auf der Suche nach dem Schut, dem geheimnisvollen Anführer der Verbrecherbande, die den Balkan in Angst und Schrecken versetzt, kommen sie durch Bulgarien und Mazedonien, bis die Geschichte in Albanien durch ein so genanntes Gottesurteil ihr Ende findet.

Walter Adler bearbeitete den sechsbändigen Orientzyklus Karl Mays in enger Verschränkung mit dessen Biografie. Im Vordergrund dieser opulenten Inszenierung steht die Vielschichtigkeit der ethnischen, religiösen und moralischen Determinanten, um die herum Karl May seine Romane komponiert hat. Textgrundlage dieser Fassung ist die für die Karl May-Stiftung von Hans Wollschläger und Hermann Wiedenroth herausgegebene historisch-kritische Ausgabe der Romane
„Durch die Wüste“, „Durchs wilde Kurdistan“, „Von Bagdad nach Stambul“, „In den Schluchten des Balkan“, „Durch das Land der Skipetaren“ und „Der Schut“.

Mit Sylvester Groth, Matthias Koeberlin, Michael Mendl, Florian von Manteuffel, Christian Redl, Hans Peter Hallwachs, Matthias Habich, Margit Carstensen und Rufus Beck u. v. a.

Redaktion:

Georg Bühren

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