s
In wenigen Tagen, am 11. Juli, wäre Herbert Wehner 102 Jahre alt geworden. Der Rekordhalter im Zwischenruf im Deutschen Bundestag hatte seine spätere Frau Greta als junges Mädchen im Exil in Schweden kennen gelernt. Greta Wehner, 1924 in Hamburg als Tochter des Widerstandskämpfers Carl Burmester geboren, war zehn, als ihr Vater während der Gestapofolter starb. Ihre Mutter – Charlotte Burmester, KPD-Mitglied – war ebenfalls in Haft. Ihr gelang nach dem Tod ihres Mannes mit zwei Kindern die Flucht nach Schweden. Im Lager traf sie auf Herbert Wehner. Beide heirateten. Herbert Wehner hatte sich in Schweden von der KPD losgesagt. 1946 kamen die Wehners nach Deutschland zurück. Noch im Exil hatte er im Radio Reden von Kurt Schumacher gehört und entschieden, in der SPD aktiv zu werden. Als Folge der Haft war Wehners Frau so häufig krank, dass ihre Tochter Greta ihren Beruf als Familienfürsorgerin aufgab, um sich ganz um die Familie zu kümmern. 1979 starb Gretas Mutter Charlotte; vier Jahre später bat Wehner seine Stieftochter, die seine wichtigste Mitarbeiterin geworden war, ihn zu heiraten.
Autor/in:
Sibylle Plogstedt
Redaktion:
Mark vom Hofe
Erlebte Geschichten: Greta Wehner






