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Kalenderblatt von 1945 und eine alte Taschenuhr (Rechte: WDR)
Sendung vom 21.02.2010, 11:05 bis 12:00 Uhr
Fußball EM-Qualifikationsspiel Wales gegen Deutschland, Wettangebot in der Innenstadt von Cardiff. Für den Tip 1:0 für Wales gibt es mit 10 Pfund Einsatz 110 Pfund Gewinn; Rechte: dpa/Joachim Scheidemann

 Wettanbieter locken mit hohen Gewinnen

Tor, Sieg, Betrug

Wettmanipulation im Sport


Absichtlich verlorene Fußballspiele, irreguläre Elfmeter, abgesprochene Tennis-Matches. Nicht nur unter Experten gilt Wettbetrug mittlerweile als größere Gefahr für die Akzeptanz des Sports als Doping. Die Sportfunktionäre haben jahrelang weggeschaut und müssen sich jetzt ihren Versäumnissen stellen.

Das Wettgeschäft ist ein unüberschaubarer Markt – geschätzte 200 Milliarden Euro werden jedes Jahr weltweit mit Sportwetten umgesetzt. Solche Summen haben längst das Interesse der organisierten Kriminalität geweckt. Besonders Fußball und Tennis gerieten in jüngster Zeit immer wieder mit Wettskandalen in die Schlagzeilen.

 

Manuskript (PDF) Dok 5: Tor, Sieg, Betrug

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Sportler und Sportfunktionäre über Wettmanipulation

Seit 2007 befasst sich Journalist Benjamin Best, zusammen mit seinem Kollegen Fred Kowasch, mit dem Thema Wettmanipulation im Sport. Ihre aufwendige Recherche hat sie dabei quer durch Europa bis nach New York geführt.
Sie haben mit Staatsanwälten, Vertretern der Wettbranche, Sport-Funktionären und vielen Athleten über Wettbetrug im Fußball und Tennis gesprochen. Auch Prominente aus der Welt des Sports haben sich zum Problem öffentlich geäußert:  

  • „Für mich ist heute entscheidend, dass die Spitzen des Tennis sauber sind. Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic – sie bringen seit Jahren Top-Leistungen und sind nach meinem Wissenstand sauber. Mit Verlaub, was die Nummer XYZ der ATP-Rangliste macht, ist ziemlich egal." (Boris Becker, Tennisspieler, 09.11.2007 im Kölner EXPRESS)

  • "Du kannst wahrscheinlich verdammt viel Kohle beim Wetten gewinnen, und wer kann einem Spieler schon eindeutig nachweisen, dass er mit Absicht im letzten Satz plötzlich einbricht oder einen Doppelfehler nach dem anderen serviert. Das geht im Tennis leider nicht." (Tommy Haas, Tennisspieler, 04.11.2007 in der Rheinischen Post)

  • „Was mich beunruhigt, ist dass die russische Mafia involviert sein könnte. Das macht mir Angst.“ (John McEnroe, Tennisspieler, 07.12.2007 im Telegraph)

  • "Ich bin froh, dass die Staatsanwaltschaft in Bochum ermittelt. Ohne Staatsanwaltschaft wären wir nicht in der Lage, diesen Sumpf aufzulösen." (Dr. Theo Zwanziger, DFB-Präsident, 23.11.2009 im Stern)

  • „Ich muss ehrlich sagen – das ist meine Meinung: Das muss brutal geahndet werden. Alle Beteiligten, von Schiedsrichtern bis zu denjenigen, die die Drahtzieher sind – das sind die schlimmsten – oder auch Spieler, die sich bezahlen lassen: Die müssen alle ins Gefängnis miteinander und dann ist da Ruhe. Ich glaube nicht, dass das etwas mit dem Profifußball im Allgemeinen zu tun hat.“ (Uli Hoeneß, Präsident des FC Bayern München, im TV-Sender sky)

Literaturtipps

Michael Franzese: Blood Covenant – The Michael Franzese Story. Whitaker House, New Kensington 2003. 404 Seiten

Michael Mewshaw: Short Circuit. Atheneum, New York 1983. 306 Seiten

Angaben zur Produktion

Produktion: WDR 2010
Autor: Benjamin Best
Redaktion: Leslie Rosin

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