Steine, die vom Himmel fallen
Dossier: Sonnensystem
Steine, die vom Himmel fallen
Neben dem interplanetaren Staub, der beim Aufprall auf die Erdatmosphäre verglüht und Sternschnuppen über den Himmel huschen lässt, rasen auch größere Brocken durch das Sonnensystem. Bei ihnen handelt es sich meist um Trümmer, die beim Zusammenstoß von Kleinplaneten abgesprengt wurden. Sie können groß genug sein, um den Feuerritt durch die Atmosphäre weitgehend unbeschadet zu überstehen, und so erreichen viele von ihnen als Meteoriten die Erdoberfläche. Der jüngste spektakuläre Fall in Deutschland wurde am 6. April 2002 im bayerischen Voralpenland beobachtet; die daraufhin eingeleitete Suche führte zur Entdeckung mehrerer Fundstücke in der Umgebung des Schlosses Neuschwanstein bei Füssen.
Meteorite werden je nach ihrer Zusammensetzung verschiedenen Gruppen zugeordnet. Man unterscheidet Steinmeteorite, Eisenmeteorite und eine Mischform.
Rund 85 Prozent der Steinmeteorite enthalten mehr oder minder große Kügelchen (so genannte "Chondren") aus einer glasähnlichen Substanz, bei der es sich meist um Mineralien aus Erstarrungsgesteinen handelt.
Solche "Chondrite" lassen sich vergleichsweise einfach als Meteoriten identifizieren. Gleiches gilt für die Eisenmeteorite, die in aller Regel gediegenes Eisen (also kein Eisenerz) enthalten; im Zweifelsfall genügt es hier, eine polierte Schnittfläche mit verdünnter Salpetersäure zu ätzen, wodurch auffallende Linienmuster sichtbar werden - "Neumannsche Linien" oder "Widmannstättensche Figuren". Lediglich die selteren "Achondrite" bedürfen einer weitergehenden chemischen Analyse.
Bestimmt man das Alter von Meteoriten anhand bestimmter radioaktiver Zerfallsreihen, so häufen sich die Werte bei 4,55 Milliarden Jahren. Da dies dem Alter des Sonnensystems entspricht, müssen auch die Meteorite - ähnlich wie die Kometen und Asteroiden - Überreste aus der Anfangszeit darstellen. Daneben gibt es noch ein so genanntes "Bestrahlungsalter", das Auskunft darüber gibt, wie lange der entsprechende Meteorit dem Beschuss der kosmischen Strahlung und des Sonnenwindes ausgesetzt war; mit ihm lässt sich abschätzen, wann ein Meteorit von seinem Mutterkörper abgetrennt wurde. Steinmeteorite sind durchschnittlich etwa zehn Millionen Jahre durchs Sonnensystem gegeistert, ehe sie auf die Erde fielen, Eisenmeteorite dagegen können auch viel länger (500 Millionen Jahre und mehr) überdauert haben.
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