Meteoriten von Mond und Mars
Dossier: Sonnensystem
Meteoriten von Mond und Mars
Unter den zahlreichen Meteoritenfunden (über 22.500 sind katalogmäßig dokumentiert) gibt es auch einige, die eine auffällige Ähnlichkeit mit den Bodenproben vom Mond zeigen bzw. dem Material, das man auf der Marsoberfläche vermutet.
Ursprünglich als "SNC-Meteorite" (für die jeweiligen Fundorte: Shergotty in Indien, Nakhla in Ägypten und Chassigny in Frankreich) zusammengefasst, enthalten sie beispielsweise Gaseinschlüsse, deren Edelgasanteil die gleiche Zusammensetzung zeigt wie die bereits Mitte der 1970er Jahre von den "Viking"-Sonden untersuchte Marsatmosphäre und auch das Verhältnis von schwereren Stickstoff-15-Atomen zu den häufigeren Stickstoff-14-Atomen entspricht dem der Marsatmosphäre.
Inzwischen sind 32 Marsmeteorite bekannt - das sind etwa 0,14 Prozent aller registrierten Meteoriten. Sie müssen beim Aufprall größerer Meteoriten auf den Mars aus der Planetenoberfläche herausgerissen worden und dann über einen Zeitraum von mehreren hunderttausend bis Millionen Jahren durch das Sonnensystem gegeistert sein, ehe sie schließlich die Erde erreichten.
Aufsehen erregte Mitte der 1990er Jahre die Meldung, NASA-Wissenschaftler hätten in einem 1984 in der Antarktis gefundenen Mars-Meteoriten ("ALH 84001") Hinweise auf frühere Lebensformen auf dem Mars entdeckt. Bis heute ist dieser Nachweis bzw. die Deutung der entdeckten Spuren umstritten, und die Frage nach einer - heutigen oder früheren - Existenz von Leben auf dem Mars wird sich wohl nur vor Ort und Stelle, das heißt auf dem Mars selbst, beantworten lassen.
Rund 60 Gesteinsbrocken konnten dagegen eindeutig dem Mond zugeordnet werden; die meisten wurden im Sultanat Oman beziehungsweise in der Antarktis gefunden. Da die Entweichgeschwindigkeit des Mondes noch geringer ist als beim Mars, können Brocken, die dort im Zuge eines größeren Meteoritenaufpralls freigesetzt werden, leichter entkommen und - entweder auf direktem Wege oder aber auf dem "Umweg" über eine interplanetare Umlaufbahn - zur Erde gelangen; zumindest vier der vom Mond stammenden Meteorite (Yamato-82192/82193/86032 und "Dhofar 025") waren immerhin zwischen 10 und 20 Millionen Jahre unterwegs, ehe sie in der Antarktis bzw. in Oman aufschlugen.
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