Monde und Ringe des Neptun

Dossier: Sonnensystem


Monde und Ringe des Neptun

Die Saturnatmosphäre von Cassini; Rechte: NASA

Vor dem Vorbeiflug von "Voyager 2" kannte man zwei Neptunmonde ("Triton" und "Nereide"), die den Planeten auf ungewöhnlichen Bahnen umrunden: "Triton" läuft gleichsam verkehrt herum (entgegen dem Drehsinn des Planeten), und "Nereide" bewegt sich auf einer stark elliptischen Bahn zwischen rund 1,4 und 9,6 Millionen Kilometer Entfernung. Beides lässt auf eine ungewöhnliche Herkunft dieser Monde schließen: Vermutlich ist "Triton" vor Urzeiten eingefangen und "Nereide" dafür auf ihre stark elliptische Bahn geworfen worden.
Auf eine solche Vergangenheit zumindest bei "Triton" deuten zahlreiche Formationen auf der Tritonoberfläche hin, die als Folgen eines heftigen Eisvulkanismus gedeutet werden: An vielen Stellen scheint "Eislava" aus dem Innern aufgestiegen zu sein und weite Teile der Oberfläche neu gestaltet zu haben. Dazu aber wäre eine innere Wärmequelle erforderlich gewesen, etwa in Form von Gezeitenkräften, wie sie ein "verkehrt" herum laufender Mond auf einer zunächst elliptischen Bahn besonders stark erfahren würde.
Noch heute scheint der Eisvulkanismus nicht völlig zum Erliegen gekommen zu sein, denn die "Voyager"-Kameras fingen auch einige "Rauchsäulen" ein, die in einer Höhe von mehreren Kilometern horizontal abknickten und dann noch über größere Strecken verfolgt werden konnten.
Auf den Voyager-Bildern wurden außerdem sechs weitere Neptunmonde gefunden und mit irdischen Teleskopen konnten seither noch fünf zusätzliche Trabanten aufgespürt werden, so dass derzeit insgesamt 13 Neptunmonde bekannt sind.
Mitte der 1980er Jahre fand man auch beim Neptun Hinweise auf einzelne, schmale Staubringe um den Planeten. Mittlerweile sind vier solcher Ringe bekannt, die allerdings zum Teil recht ungleichmäßig besetzt sind und bis heute unerklärt gebliebene Verdich-tungszonen enthalten.





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