Die Monde und Ringe des Uranus
Dossier: Sonnensystem
Die Monde und Ringe des Uranus
Sechs Jahre nach der Entdeckung des Planeten Uranus fand Wilhelm Herschel (1738 - 1822) auch noch zwei Monde des neuen Planeten. 1851 kamen zwei weitere und 1948 ein fünfter Mond dazu. Inzwischen sind 27 Uranustrabanten bekannt: Zehn wurden allein von "Voyager 2" während eines Vorbeifluges an Uranus im Januar 1986 gefunden, ein elfter 13 Jahre später bei einer neuerlichen Durchsicht der "Voyager"-Fotos, und die restlichen wurden seit 1997 mit großen irdischen Teleskopen bzw. dem Hubble-Weltraumteleskop aufgespürt - die meisten in ziemlich großer Entfernung zum Planeten selbst. Diese äußeren Monde bewegen sich auf zum Teil ziemlich elliptischen Bahnen bis an den Rand des Einflussbereiches des Uranus-Schwerkraftfeldes - ein deutlicher Hinweis darauf, dass es sich um eingefangene Asteroiden oder Kometenkerne han-deln dürfte.
Spektakulär waren die Aufnahmen, die "Voyager 2" von Miranda, dem innersten (und kleinsten) der fünf "klassischen" Uranusmonde übermittelte: Sie zeigen eine bizarre Landschaft, in der kraterübersäte Ebenen sich mit gewelltem, an einen frisch gepflügten Acker erinnerndes Gelände abwechseln, wo hohe Steilhänge schmale Gräben begrenzen und helle und dunkle Bänder den Boden durchziehen. Eine mögliche Erklärung dafür ist, dass "Miranda" im Laufe seiner Geschichte einmal - oder sogar mehrfach - durch den Zusammenprall mit anderen Körpern zertrümmert wurde und aus den Bruchstücken neu zusammenwuchs. Auf jeden Fall dürfte das Innere des Mondes teilweise erwärmt worden sein, so dass Wassereis nach außen dringen und die Landschaft neu gestalten konnte.
Am 13. März 1977, genau 196 Jahre nach der Entdeckung des Planeten, fanden US-amerikanische Forscher mit dem "Kuiper Airborne Telescope" an Bord eines Forschungs-flugzeuges Hinweise auf die Existenz von Ringen auch beim Uranus: Während einer so genannten Sternbedeckung, bei der Uranus vor einem weit entfernten Fixstern herzog, wurden vor und nach dem eigentlichen Ereignis mehrere kurzzeitige Verfinsterungen des Sterns registriert.
Neun Jahre später konnten die Uranusringe auch von den Kameras der "Voyager 2"-Sonde erfasst und fotografiert werden. Es handelt sich um insgesamt elf recht schmale Staubbänder, die den Planeten in einer Entfernung zwischen rund 37.000 und 51.200 Kilometern umgeben. Im Gegensatz zu den Saturnringen erscheinen die Ringe des Uranus sehr dunkel - vermutlich handelt es sich weniger um Eisbrocken oder Schneeflocken als vielmehr um fein zermahlenen Gesteinsstaub oder aber um Material, das - ähnlich wie die Kruste eines Kometenkerns - durch die Einwirkung energiereicher Strahlung im Laufe der Zeit zu einer teerähnlichen Substanz umgewandelt wurde.
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