Die Atmosphäre des Uranus

Dossier: Sonnensystem


Die Atmosphäre des Uranus

Die Saturnatmosphäre von Cassini; Rechte: NASA

Aufgrund seiner großen Entfernung erscheint der Uranus nur als winziger Himmelskörper, auf dem selbst mit großen Teleskopen kaum Einzelheiten zu erkennen sind. Aber auch die Kameras der Raumsonde "Voyager 2", die beim Vorbeiflug im Januar 1986 aus geringer Entfernung auf den Planeten gerichtet wurden, konnten nur wenige Strukturen in der Uranusatmosphäre erkennen. Schuld daran war eine smogähnliche Schicht, die rund 40 Kilometer über den Wolken den Blick in tiefere Bereiche der Atmosphäre ver-sperrte. Lediglich vier helle Flecken - hoch aufragende Wolken - wurden auf kontrastver-stärkten Bildern sichtbar.
Die eigentliche Rotationsdauer des Planeten konnte erst anhand regelmäßig wiederkehrender Strukturen im mit herumgeführten Magnetfeld zu 17,25 Stunden bestimmt werden, und damit ließen sich dann auch die Driftgeschwindigkeiten der beobachteten Wolken angeben: Sie lagen zwischen 170 und 550 Kilometern pro Stunde und damit überra-schend hoch, denn die "Aufheizung" der Atmosphäre durch die Sonne ist wegen der großen Sonnendistanz nur noch äußerst gering. Uranus scheint - anders als die übrigen Gasplaneten - kaum zusätzliche Wärme von innen abzustrahlen.
Auch die Uranusatmosphäre besteht zum größten Teil (83 Prozent) aus Wasserstoff, aber der Heliumanteil ist mit 15 Prozent (noch) deutlich höher als bei Jupiter oder gar Saturn - das schwerere Helium ist offenbar noch kaum nach innen abgetaucht. Die restlichen zwei Prozent werden hauptsächlich von Methan gestellt, das einen Großteil der auftreffenden Infrarotstrahlung absorbiert und so für den bläulichen Farbton des Planeten sorgt.





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