Die Monde des Jupiter

Dossier: Sonnensystem


Die Monde des Jupiter

Die Monde des Jupiter - Vulkanismus; Rechte: NASA

Schon die ersten Fernrohrbeobachter fanden beim Jupiter mehrere kleine Lichtpunkte, die den Planeten ständig begleiteten und ihn wie eine Gruppe spielender Kinder umgaben. Diese - unter anderem 1610 von Galileo Galilei (1564 - 1642) beschriebenen - Monde des Jupiter sind ähnlich groß wie der Erdmond, weisen aber eine ganz andere Zusammensetzung auf.
So enthält "Io", der innerste dieser vier großen Jupitermonde, große Mengen an Schwefel, der durch heftige Vulkanausbrüche immer wieder aufs Neue an die Oberfläche geschleudert wird und dort die Landschaft innerhalb weniger Jahrzehntausende neu gestaltet. Entsprechend wenig Einschlagkrater sind auf der "Io"-Oberfläche zu erkennen.
Ursache für diesen heftigen Vulkanismus sind die wechselnden Gezeitenkräfte, denen "Io" aufgrund seiner geringen Entfernung zum Jupiter ausgesetzt ist. Dadurch werden die äußeren Schichten des Mondes regelmäßig verformt und aufgeheizt, bis bei einer Temperatur von etwa 120 Grad Celsius Schwefeldioxid verdampft und unter hohem Druck durch Risse und Spalten im Boden an die Oberfläche gelangt. Rund 120 aktive Vulkanregionen konnte die Sonde "Galileo" auf "Io" ausmachen, über denen die Eruptionswolken zum Teil mehrere hundert Kilometer hoch in den Himmel ragten.
"Europa", der zweitinnerste dieser vier großen Jupitermonde, ist von einer mehrere Kilometer mächtigen Eiskruste bedeckt, unter der die Wissenschaftler einen bis zu hundert Kilometer tiefen Ozean aus flüssigem Wasser vermuten. Ein unregelmäßiges Netz von dunkleren Spalten und Brüchen deutet darauf hin, dass das Eis in der Vergangenheit immer wieder durch Meteoriteneinschläge und andere Einflüsse aufgebrochen wurde. Dabei drang dann gelegentlich auch schmutziges Wasser von innen an die Oberfläche. Wenn sich in diesem Ozean von Europa wirklich Lebensformen entwickelt haben sollten, was manche Wissenschaftler nicht ausschließen wollen, wären solche Bereiche vielversprechende Orte zu einer Suche nach möglichen Spuren dieses Lebens.
"Ganymed", der dritte der vier großen Jupitermonde, ist mit einem Durchmesser von 5.262 Kilometern der größte Mond im Sonnensystem überhaupt. Auf seiner Oberfläche erkennt man Berge und Täler, Krater und Lavaströme. Vor allem in den helleren Gebieten findet man großräumige Streifenmuster, die von einem überdimensionalen Pflug stammen könnten - einige hundert Meter tiefe Furchen, die sich über eine Länge von mehreren Tausend Kilometern erstrecken. Vermutlich besitzt "Ganymed" eine rund 150 Kilometer dicke Eiskruste, unter der sich ein bis zu 50 Kilometer tiefer Ozean verbergen könnte.
"Kallisto" besitzt die am stärksten von Kratern zernarbte Oberfläche im Sonnensystem. Die geringe mittlere Dichte deutet darauf hin, dass dieser Mond vorwiegend aus Eis und Gestein besteht und kaum schwerere Elemente enthalten kann. Unter einer rund 200 Kilometer dicken Eisdecke wird ein etwa zehn Kilometer tiefer Ozean aus Salzwasser vermutet.
Daneben kennt man bei Jupiter noch mehr als 60 kleinere Monde, bei denen es sich größtenteils um eingefangene Kleinplaneten aus dem benachbarten Asteroidengürtel handeln dürfte. Einige wenige umrunden Jupiter noch innerhalb der "Io"-Bahn, die meisten aber weit jenseits der Bahn von "Kallisto". Auch ein System schmaler, dunkler Staubringe um Jupiter konnte nachgewiesen werden.





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