Die Atmosphäre des Jupiter
Dossier: Sonnensystem
Die Atmosphäre des Jupiter
Schon mit einem kleinen Fernrohr kann man in der Jupiteratmosphäre einige dunkle, äquatorparallele Streifen erkennen. Sie entsprechen großräumigen Wolkenformationen, die sich als breite Bänder und Zonen um den ganzen Planeten spannen. Diese Wolken treten in verschiedenen Schichten auf und bestehen aus Kristallen der Stickstoff-Wasserstoff-Verbindung Ammoniak bzw. aus Ammoniumhydrosulfid, einer Verbindung aus Stickstoff, Wasserstoff und Schwefel.
Messungen der beiden "Voyager"-Sonden, die den Planeten 1979 passierten, ließen starke Windströmungen mit Geschwindigkeiten von bis zu 500 Kilometer pro Stunde innerhalb der Wolkenschichten erkennen. Der seit rund 300 Jahren bekannte "Große Rote Fleck" erwies sich damals als gewaltiger Wirbelsturm - groß genug, um nahezu die gesamte Erdoberfläche einhüllen zu können!
Am 7. Dezember 1995 schwenkte die Raumsonde "Galileo" in eine Umlaufbahn um den Planetenriesen ein. Zur gleichen Zeit tauchte eine vorher abgestoßene Messkapsel in die Jupiteratmosphäre ein und übermittelte knapp eine Stunde lang Daten vom Abstieg durch die Lufthülle, bis schließlich der Funkkontakt abriss.
Die Instrumente an Bord der "Galileo"-Sonde zeigten, dass die im sichtbaren Bereich dunkel erscheinenden Regionen der Jupiteratmosphäre wärmer sind als die hellen Gebiete. Offenbar tauchen dort trockene Gasmassen nach innen ab, lassen dabei die Wolkendecke aufreißen und geben so den Blick in tiefere, wärmere Bereiche frei. In den hellen Regionen dagegen steigen feuchte Luftmassen in größere Höhen auf, kühlen ab und bilden die typischen weißen Wolken.
Über der Nachtseite des Planeten konnten die "Galileo"-Kameras schließlich immer wieder heftige Gewitter mit starken Blitzen beobachten.
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