Der innere Aufbau des Mars
Dossier: Sonnensystem
Der innere Aufbau des Mars
Die im Vergleich zur Erde geringere mittlere Dichte des Mars lässt zunächst vermuten, dass der äußere Nachbarplanet der Erde nur einen kleineren eisenhaltigen Kern besitzt. Auswertungen der Störeinflüsse des Marsinnern auf die Bahnen der Marssatelliten sprechen dagegen für einen Kern, der sich - wie bei der Erde -etwa über die Hälfte der Distanz bis zur Oberfläche erstreckt. Allerdings kann ein solch großer Kern nicht allein aus Eisen bestehen, sondern muss dann auch noch leichtere Elemente wie zum Beispiel Schwefel enthalten. Aufgrund dieses vermuteten Schwefelanteils müsste der Kern zumindest in den Außenbezirken noch ganz oder teilweise flüssig sein, was durch andere Messungen bestätigt wird.
Groß kann dieser "flüssige" Bereich des Marskerns aber nicht mehr sein, sonst hätten die entsprechenden Sensoren der Marssonden längst ein deutliches Magnetfeld registrieren müssen. Auf diesem Gebiet liegen bislang aber noch keine eindeutigen Daten vor. Lediglich über einem Teilbereich der Südhalbkugel konnte der "Mars Global Surveyor" ein ausgeprägtes magnetisches Streifenmuster erkennen, das sogar auf mehrere magnetische Umpolungen in der Frühgeschichte des Mars schließen lässt.
Die aus der Entstehungsphase des Planeten stammende und später durch den Zerfall eingelagerter radioaktiver Elemente noch einmal aufgefrischte "innere Wärme" hat auf jeden Fall ausgereicht um einen - wenn auch lokal begrenzt erscheinenden - Vulkanismus über mehrere Milliarden Jahre hinweg zu speisen und die Vulkane mit Magma zu versorgen. Dabei wird zwischen mindestens zwei Formen des Mars-Vulkanismus unterschieden. Anfangs - bis vor rund drei Milliarden Jahren - konzentrierte er sich auf die höher gelegene Südhalbkugel des Planeten, wo etliche kleinere Vulkankegel von ausgedehnten Lavafeldern umgeben sind. Später zog er sich auf wenige Felder am Rand der nördlichen Tiefländer zurück, wo schließlich auch die riesige "Tharsis-Aufwölbung" entstand. Anhand von Kraterzählungen lassen sich die letzten größeren Lavaströme dort auf die Zeit vor etwa 20 bis 200 Millionen Jahren datieren.
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