Der Mond der Erde
Dossier: Sonnensystem
Der Mond der Erde
Der Mond der Erde ist im Vergleich zu seinem Heimatplaneten auffallend groß: Sein Durchmesser beträgt mehr als ein Viertel des Erddurchmessers, seine Masse immerhin noch 1/81 der Erdmasse. Bis auf den Plutomond "Charon" sind alle übrigen Planetenmonde im Sonnensystem verglichen mit ihren jeweiligen Heimatplaneten wesentlich kleiner.
Weil der Mond kein eigenes Licht aussendet erscheint er nur als von der Sonne beleuchtete Kugel mit einer Tag- und einer Nachthälfte. Je nach seiner Stellung relativ zur Sonne sehen wir von der beleuchteten Tagseite einen mehr oder minder großen Anteil, was zur Entstehung der so genannten Mondphasen führt: Steht der Mond zwischen Sonne und Erde (Neumond), so wendet er uns seine dunkle, unbeleuchtete Nachtseite zu und bleibt am Taghimmel unsichtbar. In der darauf folgenden Woche erscheint er als zunächst schmale, dann immer breiter werdende Mondsichel am Abendhimmel, bis nach rund acht Tagen die Halbmond-Phase erreicht ist; da der Mond zu diesem Zeitpunkt aber erst ein Viertel seines Lichtwechsels vollendet hat, steht er dann im "Ersten Viertel". Nach einer weiteren Woche steht der Mond der Sonne am Himmel gegenüber, und wir blicken auf die voll beleuchtete Tagseite des Mondes (Vollmond). Danach nimmt der Mond wieder ab, und am Ende der dritten Woche, im "Letzten Viertel", erscheint er als abnehmender Halbmond am Morgenhimmel. Schließlich schrumpft er weiter zur schmalen Sichel und verschwindet in der Morgendämmerung, bis er nach 29,5 Tagen die nächste Neumond-Stellung erreicht. Die Zeit zwischen zwei Neumond-Daten wird "Synodischer Monat" genannt, nach dem griechischen Begriff für "Zusammentreffen" (zwischen Sonne und Mond). Ein "siderischer Monat" - die Zeit zwischen zwei Vorübergängen des Mondes an ein und demselben Stern - dauert dagegen nur etwa 271/3 Tage.
Schon mit bloßem Auge sind einige große dunkle Flecken auf der Mondoberfläche zu erkennen - die so genannten Mondmeere. Sie enthalten zwar kein Wasser, sind aber im Vergleich zu den übrigen Mondgebieten auffallend flach. Sie werden als Überreste riesiger Einschlagkrater verstanden, die nachträglich mit Lava aus dem Mondinneren aufgefüllt wurden. Auslöser waren vermutlich mehrere bis zu 100 Kilometer große Gesteinsbrocken, die vor etwa 3,8 Milliarden Jahren im Abstand von einigen 10 Millionen Jahren auf den Mond gestürzt sind.
Beim Blick durch ein Teleskop wird deutlich, dass auch die übrige Mondoberfläche von Einschlagkratern übersät ist. Da der Mond mit seiner geringen Anziehungskraft keine dauerhafte Atmosphäre halten kann, gibt es auf dem Erdtrabanten keine Erosion durch Wind oder Wasser. So präsentiert sich die Mondoberfläche als "offenes Geschichtsbuch" dieses beständigen, allerdings immer weiter abklingenden "kosmischen Bombardements".
Lange Zeit hindurch war unklar, wie der Mond entstanden ist. Aus der sorgfältigen Analyse der von den "Apollo"-Astronauten zur Erde gebrachten Mondproben entstand inzwischen die Vorstellung, dass der Mond beim Zusammenstoß der noch jungen Erde mit einem etwa marsgroßen Asteroiden gebildet wurde. Modellrechnungen zeigen, dass bei einer solchen Kollision ein Teil des Erdmantels herausgerissen wird und sich mit Teilen des Asteroiden vermischen kann; die Entstehung des Mondes selbst aus den "Trümmern" scheint dann innerhalb weniger Tage bis Wochen weitgehend abgeschlossen gewesen zu sein.
Derzeit wird eine "Rückkehr zum Mond" vorbereitet, um den Erdtrabanten als Forschungsstation - etwa für astronomische Beobachtungen - zu nutzen und Überlebenstechniken für einen bemannten Flug zum Mars zu erproben. Dabei könnte die seit einigen Jahren vermutete, bislang aber unbestätigte Existenz von Wassereis unter der Mondoberfläche im Dauerschatten einiger polnaher Mondkrater hilfreich sein. Deshalb bemühen sich die Forscher derzeit um eine endgültige Klärung dieser Frage.
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