Die Venus-Oberfläche
Dossier: Sonnensystem
Die Merkur-Atmosphäre
Aufgrund der dichten, undurchsichtigen Venusatmosphäre hatte man bis in die 1960er Jahre keine Vorstellung über die Verhältnisse am Venusboden: Weder die Tageslänge noch das Aussehen der Oberfläche ließen sich bestimmen. Erst mit Hilfe von Radarbeobachtungen wurde 1965 deutlich, dass sich der innere Nachbarplanet der Erde innerhalb von 243 Tagen einmal im Uhrzeigersinn um seine Achse dreht - und damit andersherum als die meisten übrigen Planeten. Auf den Radar-Bildern waren auch einzelne, großräumige Strukturen zu erkennen, die sich aber zunächst einer allgemeinen Erklärung entzogen. Dank der Venus-Radarsatelliten "Pioneer-Venus-Orbiter" und "Magellan" haben wir heute dagegen recht konkrete Vorstellungen über die bizarren Venuslandschaften.
Danach erscheint die Venusoberfläche über weite Teile (rund 85 Prozent) als leicht hügeliges Gelände, aus dem drei größere Hochlandregionen jeweils mehrere Kilometer hoch aufragen. Es sind dies "Ishtar Terra" hoch im Norden (etwa so groß wie Australien), "Aphrodite Terra" im Äquatorbereich (vergleichbar mit Afrika) und "Lada Terra" weit im Süden. "Ishtar Terra" enthält am Ostrand die bis zu elf Kilometer hohen "Maxwell Montes"; dagegen erreicht die ebenfalls weit im Norden gelegene "Atalanta Regio" eine Tiefe von bis zu vier Kilometer unter das mittlere Venus-Niveau.
Daneben gibt es noch einige größere Vulkangebiete, die bereits auf den irdischen Radarbildern zu erkennen waren. Insgesamt wurden mehr als 150 große Vulkane mit einem Basisdurchmesser zwischen 100 und 600 Kilometer gefunden, von denen vielfach weit reichende Lavaströme ausgegangen sein müssen. Ob einzelne dieser Vulkane heute noch aktiv sind, lässt sich bislang nicht mit Sicherheit sagen.
Darüber hinaus fand "Magellan" auch zahlreiche Einschlagkrater, wie sie von Mond, Mars und Merkur her bekannt sind. Offenbar ist auch die Venus im Laufe ihrer Geschichte immer wieder von an Kratern darauf hin, dass die heutige Venusoberfläche allenfalls etwa 500 Millionen Jahre diesem Bombardement ausgesetzt war. Vermutlich hat damals ein globales "facelifting" in Form zahlloser Lavaströme alle früheren Einschlagkrater auf der Venus zugedeckt.
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