Das Venus-Innere
Dossier: Sonnensystem
Die Merkur-Atmosphäre
Da die mittlere Dichte der Venus mit 5,25 Gramm pro Kubikzentimeter nur wenig geringer ist als die der Erde gehen die Forscher von einem grundsätzlich ähnlichen inneren Aufbau beider Planeten aus. Zumindest erwarten sie einen vergleichbaren großen metallischen Kern, der wie bei der Erde hauptsächlich aus Eisen und Nickel bestehen dürfte. Dass die bisherigen Venussonden beim inneren Nachbarplaneten der Erde dennoch kein nennenswertes eigenes Magnetfeld nachweisen konnten wird auf die extrem langsame Venusrotation zurückgeführt: Sie reicht offenbar nicht aus, um genügend Strömungen in diesem vermutlich noch weitgehend flüssigen Kern anzuregen. Vielleicht ist der Venuskern wegen der fehlenden Plattentektonik und der deshalb nur unzureichenden Abkühlung derzeit aber auch einfach noch zu heiß, als dass er ein solches Magnetfeld überhaupt aufbauen könnte.
Auf Grund der extremen Umweltbedingungen an der Venusoberfläche dürfte es schwierig sein, über längere Zeit hinweg funktionsfähige Seismografen zu installieren, um den inneren Aufbau aus der Analyse von seismischen Erschütterungen ("Venusbeben") ableiten zu können; hier sind die Forscher auf die Bahnanalyse weiterer Venussatelliten angewiesen, die Unregelmäßigkeiten im Schwerefeld der Venus aufdecken helfen. Man geht allerdings davon aus, dass die Venuskruste mindestens doppelt so dick ist wie die Erdkruste, was mit zur Erklärung für das Fehlen einer Gesteins umwälzenden Plattentektonik dienen könnte.
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