Die Merkur-Oberfläche

Dossier: Sonnensystem


Die Merkur-Oberfläche

Die Merkur-Oberfläche; Rechte: NASA

Wegen seiner Sonnennähe ist Merkur kein leichtes Beobachtungsobjekt für erdgebundene Teleskope. Erst die Raumsonde "Mariner 10" hat 1974/75 bei ihren drei Vorbeiflügen am Merkur knapp die Hälfte der Merkuroberfläche fotografieren können. Auf den Bildern sind Krater ähnlich den Mondkratern zu erkennen; dagegen scheinen große, mit Lava bedeckte Ebenen, wie sie für die Vorderseite des Erdmondes typisch sind, auf Merkur zu fehlen. Bislang jedenfalls konnte nur ein großes Einschlagbecken ("Caloris-Basin") beziehungsweise dessen Randbezirk erkannt werden (der größte Teil dieser Region lag während der Vorbeiflüge leider im Dunkeln), das auf den Aufprall eines etwa 50 bis 70 Kilometer großen Brockens zurückgeführt wird. Auf der diesem Einschlag gegenüberliegenden Seite des Planeten, wo die beim Aufprall ausgelösten Bebenwellen zusammentrafen, wurde eine Fläche von rund 600 Kilometer Durchmesser zu einer bizarr-chaotischen Landschaft zertrümmert - dem so genannten "Hexen-Tanzplatz".Die meisten Krater stammen aus der Frühzeit des Sonnensystems, als noch zahlreiche "Rest-Brocken" aus der Entstehungsphase durch das Sonnensystem trieben und als "Nachzügler" auf die bereits fertigen Planeten und Monde stürzten. Später scheint der Planet etwas geschrumpft zu sein, denn an vielen Stellen findet man "Überschiebungen" ähnlich den Runzeln in der Schale eines vertrockneten Apfels.1992 registrierten Radioastronomen seltsame Radar-Echos aus den Polbereichen des Planeten, die als Hinweise auf die Existenz von Wassereis unter der Merkuroberfläche gedeutet wurden. Tatsächlich könnte es in den Polregionen einzelne Krater geben, deren tiefer liegender Boden ständig im Schatten des umgebenden Kraterrandes liegt, so dass die Temperatur dort dauerhaft unter dem Gefrierpunkt bleibt. In diesen Gebieten ewiger Kälte könnte sich Wassereis abgelagert haben, das zum Beispiel beim Aufprall von Kometen auf die Merkuroberfläche freigesetzt wurde. Die US-Raumsonde Messenger, die 2011 in eine Umlaufbahn um Merkur einschwenken soll, übermittelte bei einem ersten Vorbeiflug im Januar 2008 auch Bilder von Teilen der zuvor unerforscht gebliebenen Merkur-Halbkugel. Auffällige Unterschiede zu den bekannten Regionen wurden dabei nicht gefunden.





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