Der innere Aufbau von Merkur

Dossier: Sonnensystem


Der innere Aufbau von Merkur

Der innere Aufbau von Merkur; Rechte: NASA/Hahn

Während der Merkur rein äußerlich dem Mond ähnelt, erscheint sein innerer Aufbau dem der Erde vergleichbar: Unter dem Gesteinsmantel vermuten die Wissenschaftler einen ungewöhnlich großen Eisenkern, der sich über drei Viertel des Planetendurchmessers erstreckt und etwa zwei Drittel der gesamten Masse enthält; der Eisenkern der Erde ist im Vergleich dazu nur gut halb so groß wie der gesamte Planet und steuert etwa ein Drittel zur Gesamtmasse bei.
Ein solch überdimensionierter Eisenkern ist nicht leicht zu erklären, da die "Rohstoffe", aus denen die sonnennahen Planeten entstanden sind, kaum so ungleich verteilt gewesen sein können. Manche Wissenschaftler nehmen daher an, dass der Merkur ursprünglich doppelt so viel Masse enthielt und dabei rund 2.000 Kilometer größer war als heute - also etwa so groß wie der Mars; dann jedenfalls hätte sein heutiger Eisenkern einen ähnlichen Beitrag zur gesamten Masse geliefert wie der Erdkern. Im Zuge einer gewaltigen Kollision mit einem anderen, ähnlich großen Brocken könnte dann ein Großteil des ursprünglichen Gesteinsmantels abgesprengt worden sein. Simulationsrechnungen ergaben jedenfalls, dass beim Zusammenprall zweier derart großer Himmelskörper eine - zumindest teilweise - Zerstörung unvermeidlich ist.
Noch ein weiteres Indiz scheint für dieses "Horror-Szenario" zu sprechen: das - allerdings äußerst schwache - Magnetfeld, das die Instrumente von "Mariner 10" gefunden haben. Ein solches Magnetfeld kann bei dem extrem langsam rotierenden Planeten nur dann entstehen, wenn der Eisenkern zumindest in den Außenbezirken noch flüssig ist. Dann aber müsste der Eisenkern über einen Anteil an Schwefel verfügen, der nicht von Anfang an dort vorhanden gewesen sein kann und daher erst nachträglich (im Zuge der Kollision) hinzugefügt wurde.





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