03 Ariane: Europa wird selbständig

Bild: Collage mit Raumfahrtmotiven, links der Astronaut Ed White beim Außeneinsatz; Rechte: NASA/ESA/HST/EUMETSAT

Dossier Raumfahrt


Ariane: Europa wird selbständig


Ariane-Rakete; Rechte: dpa

Europas gemeinsam entwickelte Ariane-Rakete ist eine erstaunliche Erfolgsstory. Zwar gilt die Ariane vielen als notorisches Pannenvehikel, aber dieser schlechte Ruf ist vollkommen unbegründet. Ariane ist sehr zuverlässig und hat bei den kommerziellen Satellitenstarts einen Marktanteil von mehr als 50 Prozent.

Als Europa 1975 seine Raumfahrtagentur ESA gegründet hat, wurde auf Vorschlag Frankreichs das Konzept der Ariane-Rakete übernommen. 1979 kam es zum Jungfernflug - seitdem haben 162 weitere Ariane-Raketen vom Startgelände in Kourou in Französisch-Guyana abgehoben. Es gab nur 11 Fehlstarts. Die schon legendäre Ariane-4, die Anfang 2003 zum letzten Mal geflogen ist, hatte bei 116 Flügen nur drei Unfälle. Die letzten 73 Flüge waren allesamt erfolgreich. Mit dieser Rakete hat Europa viel Geld verdient.

Heute ist die Ariane-5 im Einsatz, in einer Basisversion, die 6,8 Tonnen in die geostationäre Umlaufbahn befördern kann und in einer erweiterten Version, die fast zehn Tonnen in diese Bahn trägt. In niedrige erdnahe Umlaufbahnen kann die Ariane-5 mehr als 20 Tonnen bugsieren. Die Basisversion der Ariane-5 ist auch das Startgefährt für Europas ATV, das Versorgungsfahrzeug für die Internationale Raumstation ISS.


Europas Spitzenrakete im Steilflug; Rechte: dpa

Neuordnung nach dem Unglück

Nachdem im Dezember 2002 eine Ariane-5 beim Start explodiert war, entschlossen sich die ESA-Mitgliedsstaaten zu einer völligen Neuordnung der europäischen Raumfahrtindustrie. Die Staaten garantieren der Industrie eine Mindestabnahme an Raketen. Andernfalls hätte Europa seinen autonomen Zugang zum Weltraum verloren. Im Gegenzug hat die Industrie - die bis dahin auf sieben Auftragnehmer verteilten Ariane-Aktivitäten wurden im europäischen Konzern "EADS Space Transportation" gebündelt - die Kosten drastisch gesenkt und stellt heute eine erweiterte Ariane-5 zum Festpreis von 135 Millionen Euro in Kourou auf die Startrampe.

Das Startgelände an der Nordostküste Südamerikas liegt für das kommerzielle Raumfahrtgeschäft optimal. Nah am Äquator ist die Rotationsgeschwindigkeit der Erde etwa 50 Prozent höher als in Mitteleuropa, so dass die Raketen von Natur aus mit mehr Schwung starten und daher mit derselben Treibstoffmenge schwerere Satelliten ins All gehievt werden können als von Europa aus.


Die Entwicklung der Ariane:

Version Anzahl der Starts Erstflug / letzter Flug
Ariane 1 9 Flüge / 2 Unglücke 24.12.1979 / 21.01.1986
Ariane 2 5 Flüge / 1 Unglück 30.05.1986 / 01.04.1989
Ariane 3 11 Flüge / 1 Unglück 04.08.1984 / 11.07.1989
Ariane 4 116 Flüge / 3 Unglücke 15.06.1988 / 15.02.2003
Ariane 5 22 Flüge / 4 Unglücke 04.06.1996 / --



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