02 GPS, Glonass, Galileo: Satellitennavigation auf der Erde
Dossier Raumfahrt
GPS, Glonass, Galileo: Satellitennavigation auf der Erde
Mit genauen Satelliten gestützten Positionsmessungen lässt sich viel Geld verdienen. Derzeit gibt es zwei Systeme: Das Global Positioning System (GPS) des US-Militärs und das GLONASS des russischen Militärs. Auch Europa möchte dieses lukrative Geschäft nutzen. Daher plant die EU-Kommission (nicht die ESA!) den Aufbau des Satellitensystems Galileo. Galileo soll mindestens metergenaue Positionsmessungen ermöglichen und garantiert verfügbar sein. Die bisher bestehenden militärischen Systeme werden für zivile Nutzer künstlich unscharf gemacht und können nach Belieben ganz abgeschaltet werden. Für kommerzielle Dienste wie Flugzeugsteuerung, Verkehrslenkung, Rettungssysteme, Fischereikontrolle, Häftlingsüberwachung etc. sind GPS und GLONASS damit nicht geeignet. Ende 2005 startet die EU ihren ersten Galileo-Testsatelliten mit einer Sojus-Rakete von Baikonur aus.
Ab 2010 sollen 30 Satelliten auf drei Bahnen in 24.000 Kilometern Höhe die Erde umkreisen. Das Messprinzip ist wie bei GPS und GLONASS: Auf den Satelliten gibt es äußerst präzise Uhren. Die Empfangsgeräte auf der Erde messen, wie lange die Funksignale von verschiedenen Satelliten zum Gerät brauchen. Aus der Laufzeit lässt sich die Entfernung zu den Satelliten berechnen, woraus sich die Position auf der Erde bestimmen lässt - sofern die Signale von mindestens vier Satelliten gleichzeitig empfangen werden. Entwicklung und Bau der Galileo-Satelliten werden mehr als drei Milliarden Euro kosten, die sich Industrie und EU teilen. Die EU rechnet damit, dass Galileo im weltweiten Markt der Satellitennavigation einen Umsatz im deutlich zweistelligen Milliarden-Euro-Bereich erzielen wird.
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