04 China
Dossier Raumfahrt
China
Im Geschäft mit unbemannten Raketen sind die Chinesen seit langem sehr erfolgreich. Am 24.04.1970 hat eine Rakete vom Typ Langer Marsch-1 einen Forschungssatelliten ins All befördert und damit das Raumfahrtzeitalter in China eingeläutet. Trotz dieser Tradition war es für viele Beobachter durchaus eine Überraschung, als am 15. Oktober 2003 der Taikonaut Yang Liwei ins All aufbrach.
So spannend diese Entwicklung ist, so hysterisch ist manchmal die Reaktion der Weltöffentlichkeit auf das chinesische Raumfahrtprogramm. Nur Wochen nachdem die Chinesen einen bemannten Mondflug binnen zehn Jahren als Ziel ausgerufen hatten, reagierte US-Präsident Bush prompt mit einer veränderten Raumfahrtstrategie der USA. Dabei haben die Chinesen bisher nur genau einmal einen Astronauten um die Erde geflogen. Komplexe Manöver wie An- und Abkoppeln in der Umlaufbahn - bei Mondflügen und Raumstationen zwingend erforderlich - haben die Chinesen noch nicht vollzogen.
Sollte das Geld in China weiterhin so sprudeln wie bisher, dann werden die Chinesen ihre Ziele mit allem Nachdruck verfolgen, noch im Herbst 2005 zwei Taikonauten zu einem längeren Raumflug ins All schicken und in den kommenden Jahren eine Art eigene Raumstation errichten. Da die USA aus innenpolitischen Gründen den chinesischen Aktivitäten kaum tatenlos zusehen werden, ist mit einer erneuten Politisierung der Weltraumfahrt zu rechnen. Unter Umständen kommt es zum zweiten Mal zu einem Wettlauf zum Mond.
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