02 USA/NASA

Bild: Collage mit Raumfahrtmotiven, links der Astronaut Ed White beim Außeneinsatz; Rechte: NASA/ESA/HST/EUMETSAT

Dossier Raumfahrt


USA/NASA


Astronaut Bruce McCandless; Rechte: NASA

Die USA hatten Anfang der 60er Jahre Mühe, dem Entwicklungstempo der Sowjets zu folgen. Die beiden ersten US-Amerikaner im All, Alan Shepard und Virgil Grissom, waren 1961 in ihren Kapseln Freedom-7 und Liberty Bell-7 nur zu ballistischen Flügen unterwegs. Die Kapseln erreichten knapp 200 Kilometer Höhe, fielen dann aber wie ein hochgeworfener Stein zurück zur Erde. Der zweite dieser Flüge fand bereits nach der legendären Rede des US-Präsidenten Kennedy statt. Binnen weniger Jahre sollten die USA zur führenden Weltraummacht werden.

Dem triumphalen Apollo-Projekt folgte die Entwicklung der US-Raumfähren. Der wieder verwendbare Space Shuttle sollte nahezu wöchentlich ins All starten und die Raumfahrtkosten drastisch senken. Doch der Shuttle wurde zur kapitalen Fehlplanung - denn statt ein Projektil an die Spitze einer Rakete zu setzen, konstruierten die Ingenieure ein kompliziertes Gefährt, das seitlich auf einem dicken Haupttank sitzt und dem zwei Feststoffraketen an der Seite während der ersten beiden Flugminuten helfen.


Erststart der Raumfähre Columbia; Rechte: Treugesell-Verlag

Weg mit dem Shuttle - her mit dem Mond

Die Indienststellung des Space Shuttle hatte sich immer weiter verzögert, so dass das US-Raumlabor Skylab abstürzte, bevor es ein Shuttle wieder auf eine höhere Bahn anheben konnte. Am 12. April 1981 - auf den Tag genau 20 Jahre nach dem Erstflug Juri Gagarins - startete die Raumfähre Columbia ins All. Von den bisher 114 Shuttle-Flügen sind zwei gescheitert. 1986 explodierte die Raumfähre Challenger kurz nach dem Start, 2003 verglühte die Columbia beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre. Damit ist der Shuttle das unsicherste Raumfahrtgerät aller Zeiten. Paradoxerweise aber auch das erfolgreichste, jedenfalls dann, wenn man die Zahl der beförderten Astronauten zum Maßstab nimmt: 700mal sind Menschen mit dem Shuttle ins All gestartet.

US-Präsident George W. Bush hat im Januar 2004 in einer viel beachteten Rede eine Weltraumvision entworfen, in welcher der Shuttle keinen Platz mehr hat. Spätestens im Jahr 2010 soll die NASA die teuren und anfälligen Raumfähren ausmustern und zügig einen Nachfolger entwickeln. Der soll einfacher und zuverlässiger sein und mittelfristig nicht nur die Erdumlaufbahn erreichen können, sondern auch für Reisen zum Mond und zum Mars einsetzbar sein.




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