Und was ist mit der Mathematik?
Zum Schluss stellt sich noch die Frage, warum es eigentlich keinen Nobelpreis für Mathematik gibt. Die eine Antwort lautet, dass Alfred Nobel mit bloßer Theorie nichts anfangen konnte. [mehr]

Anekdoten und Kurioses



"I got the call but not the price." Das erzählt der renommierte und durchaus nobelwürdige Chemiker Harry B. Gray heute gerne im Kollegenkreis. Und tatsächlich klingelte bei ihm im Oktober 1992 früh morgens das Telefon. Niemand hat seinen Puls gemessen, als sich am anderen Ende tatsächlich ein Herr aus Stockholm meldete. Doch die Werte dürften schnell wieder ein normales Maß erreicht haben, denn der Anrufer wollte ihm nicht gratulieren. Er fragte statt dessen, wo Grays Kollege Rudolph Marcus zu finden sei. Der solle nämlich den Nobelpreis für Chemie bekommen. Der glückliche Gewinner war verreist und hatte auf seinem Anrufbeantworter hinterlassen, in dringenden Fällen möge man sich an seinen Freund Harry B. Gray wenden. Jetzt wartet Gray darauf, dass der nächste Anruf aus Stockholm tatsächlich ihm gilt.
Ein anderer hat zwar den Preis bekommen, nicht jedoch das dazugehörige Geld. Albert Einstein hatte sich bei seiner Scheidung verpflichtet, den Nobel-Scheck, sollte er ihn jemals bekommen, an seine ehemalige Frau Mileva weiterzureichen. Auch Robert Lucas von der Universität Chicago gab bei seiner Scheidung ein ähnliches Versprechen ab. Seine Ehefrau sollte die Hälfte des Preisgeldes bekommen, allerdings nur in den ersten sieben Jahren nach der Scheidung. Die Frist lief am 31. Oktober 1995 ab, und genau in diesem Monat sprach das Komitee aus Stockholm Robert Lucas den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften zu.
Andere Laureaten trennten sich ganz freiwillig von ihrem Preisgeld. Der Deutsch-Amerikaner Max Delbrück überwies die gesamte Summe 1969 an Amnesty International. Die Feiern in Stockholm hat er dennoch sehr genossen, auch wenn er sich später mit einem berühmt gewordenen Zitat über seine ewig wartenden Kollegen lustig machte: "Der Nobelpreis ist doch bloß eine Erfindung der Schweden, um ihr Land bekannter zu machen. Wer würde im Winter jemals von Stockholm reden, wenn sie hier nicht den Nobelpreis vergeben würden." 1999 erhielt der in New York lebende Deutsche Günter Blobel den Nobelpreis für Medizin. Er lud seine gesamte Verwandtschaft zu den Feierlichkeiten in Stockholm ein. Anschließend spendete der gebürtige Dresdener den größten Teil des Preisgeldes für den Wiederaufbau der Frauenkirche.