02 Das Testament

Dossier Nobelpreis

 

Das Testament


Bild: Alfred Nobels handschriftliches Testament; Rechte: WDR

Zunächst bedachte Alfred Nobel Verwandte und einige Freunde. Sie erhielten nur einen Bruchteil des Vermögens, etwa 1,5 von insgesamt 33 Millionen Schwedischen Kronen. Dann folgten die entscheidenden Passagen:

Über mein übriges, realisierbares Vermögen wird auf folgende Weise verfügt: Das Kapital, vom Testamentvollstrecker in sicheren Wertpapieren realisiert, soll einen Fonds bilden, dessen jährliche Zinsen als Preise denen zugeteilt werden, die im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben. Die Zinsen werden in fünf gleiche Teile geteilt, von denen zufällt: ein Teil dem, der auf dem Gebiet der Physik die wichtigste Entdeckung oder Erfindung gemacht hat; ein Teil dem, der die wichtigste chemische Entdeckung oder Verbesserung gemacht hat; ein Teil dem, der die wichtigste Entdeckung auf dem Gebiet der Physiologie oder der Medizin gemacht hat; ein Teil dem, der in der Literatur das Ausgezeichnetste in idealer Richtung hervorgebracht hat; ein Teil dem, der am meisten oder besten für die Verbrüderung der Völker und für die Abschaffung oder Verminderung der stehenden Heere sowie für die Bildung und Verbreitung von Friedenskongressen gewirkt hat. Die Preise für Physik und Chemie werden von der Schwedischen Akademie der Wissenschaften verteilt; die für physiologische oder medizinische Arbeiten vom Karolinska Institut in Stockholm; die für Literatur von der Akademie in Stockholm und die für Friedensvorkämpfer von einem Ausschuss von fünf Personen, die vom Norwegischen Storting gewählt werden. Es ist mein ausdrücklicher Wille, dass bei der Preisverteilung keine Rücksicht auf die Zugehörigkeit zu irgendeiner Nation genommen wird, so dass der Würdigste den Preis erhält, ob er nun Skandinavier ist oder nicht.
[.....] Dieses Testament ist nunmehr das einzig gültige und hebt alle meine früheren testamentarischen Bestimmungen auf, wenn sich solche nach meinem Tod vorfinden sollten.
Schließlich ordne ich als meinen ausdrücklichen Wunsch und Willen an, dass mir nach meinem Tod die Pulsadern aufgeschnitten werden und dass, nachdem dies geschehen und von kompetenten Ärzten deutliche Anzeichen des Todes festgestellt worden sind, die Leiche in einem sogenannten Krematoriumsofen verbrannt wird.

Paris, den 27. November 1895                                Alfred Bernhard Nobel




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