Winziges Wal-Organ fürs Großmaul
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[mehr]![Elektronenmikroskop-Aufnahme einer Krebszelle; Rechte: Mauritius Images/WDR [m] Elektronenmikroskop-Aufnahme einer Krebszelle; Rechte: Mauritius Images/WDR [m]](/fileadmin/user_upload/Sonderseiten/2008/Dossier_Krebs/Banner_DK1.jpg)
Chemotherapie

Bösartige Zellen abzutöten, gesunde Zellen dabei aber zu schonen, ist das Ziel der so genannten "Chemotherapie". Das Problem: ein solches Krebsmedikament gibt es bis heute nicht. Trotz aller unerwünschten Nebenwirkungen aber bleibt die Chemotherapie dennoch eine unverzichtbare Säule der Krebsbehandlung.
Der Begriff Chemotherapie wird umgangssprachlich heute vielfach gleichgesetzt mit Krebsmedikamenten, so genannten "Zytostatika". Das jedoch ist nur teilweise richtig. Denn zu den Chemotherapeutika gehören auch die Antibiotika, mit denen Infektionskrankheiten behandelt werden.
Ein ideales Krebsmedikament sollte möglichst nur Tumorzellen schädigen, nicht aber gesunde Körperzellen. So weit die Theorie. In Wirklichkeit hemmen Krebsmedikamente das Wachstum aller Zellen, die sich schnell teilen. Dazu gehören auch Haar- und Schleimhautzellen, Blut- und Keimzellen. Deshalb sind zahlreiche, auch schwere Nebenwirkungen mit der Chemotherapie verbunden. Dazu zählen Übelkeit und Brechreiz, Entzündungen der Schleimhäute im Mundbereich und in der Scheide sowie eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen. Die Wundheilung und Blutgerinnung können gestört sein. Verletzungen stellen deshalb eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar. Als besonderes seelisches Trauma erleben viele Patienten den Verlust ihrer Kopfhaare und Augenbrauen (In den allermeisten Fällen wachsen die Haare und Brauen einige Monate nach Beendigung der Chemotherapie wieder nach).
Eine Chemotherapie läuft in der Regel in so genannten "Zyklen" ab. Die Einzelbehandlungen folgen in bestimmten zeitlichen Abständen aufeinander. Wieviel Zeit zwischen den einzelnen Behandlungen liegt, hängt von der Tumorerkrankung ab. Manchmal muss wegen der Nebenwirkungen der Abstand zwischen den Behandlungen vergrößert werden.
In der Regel werden auch mehrere Krebsmedikamente miteinander kombiniert, welche die Zellteilung von Krebszellen an unterschiedlichen Stellen stören. Die Behandlung wird so effektiver, und es treten weniger schwere Nebenwirkungen auf. Eine Chemotherapie kann ambulant oder stationär, in der Arztpraxis oder im Krankenhaus erfolgen. Chemotherapeutika können gespritzt oder als Tablette gegeben werden. In beiden Fällen handelt es sich um eine so genannte "systemische Therapie", d.h. die Medikamente wirken im gesamten Organismus.
Die einzelnen Krebsarten sprechen unterschiedlich gut auf Chemotherapien an. Dauerhafte Heilung verspricht die Chemotherapie bisher lediglich bei bestimmten Formen von Blutkrebs und Hodentumoren. Besonders erfolgreich ist die Chemotherapie bei akuten Leukämien im Kindesalter.
Häufig wird die Chemotherapie auch zur Bekämpfung von Tumorschmerzen eingesetzt.
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