Winziges Wal-Organ fürs Großmaul
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[mehr]![Elektronenmikroskop-Aufnahme einer Krebszelle; Rechte: Mauritius Images/WDR [m] Elektronenmikroskop-Aufnahme einer Krebszelle; Rechte: Mauritius Images/WDR [m]](/fileadmin/user_upload/Sonderseiten/2008/Dossier_Krebs/Banner_DK1.jpg)
Vorbeugung und Früherkennung

Krebszellen teilen sich ungehemmt und unkontrolliert. Voraussetzung dafür ist, dass die Kontrollfunktion des körpereigenen Abwehrsystems durchbrochen wurde. Krankheiten des Abwehrsystems, so genannte Immunkrankheiten, bergen deshalb immer ein Krebsrisiko. Auch bestimmte Lebensgewohnheiten können zur Krebsentstehung beitragen. Zwar kann man einer Krebserkrankung nicht wirklich vorbeugen, man kann allerdings seine Lebensumstände so gestalten, dass dadurch das persönliche Risiko, an Krebs zu erkranken, gesenkt wird. Eine Garantie gegen eine Krebserkrankung allerdings ist das nicht.
Risikofaktor Rauchen
Rauchen ist die Krebsursache Nummer eins. Es verursacht nicht nur rund 90 % aller Lungenkrebserkrankungen, sondern begünstigt auch die Entstehung zahlreicher anderer Krebsarten, zum Beispiel Blasenkrebs oder Brustkrebs. Insgesamt wird das Rauchen für etwa ein Drittel aller Krebstodesfälle verantwortlich gemacht. Die potentiell tödlichen Gefahren, die mit dem Rauchen verbunden sind, werden durch gleichzeitigen Alkoholmissbrauch noch verstärkt: die Doppelbelastung Rauchen und Alkohol erhöht das Krebsrisiko auf das 20- bis 40fache. Wer Krebs vorbeugen will, muss aufhören zu rauchen. Allerdings erreicht ein ehemaliger Raucher erst nach 15 Jahren wieder das Risikoniveau eines Nichtrauchers.
Risikofaktor Alkohol
Alkohol ist ein Nervengift und erhöht das Risiko von Krebserkrankungen des Mund-Rachenraums, der Speiseröhre, des Magens, der Leber und der Brust. Der menschliche Körper bildet aus Alkohol Azetaldehyd, eine Substanz, die die Erbsubstanz schädigen kann. Diese Wirkung rufen bereits geringe Alkoholmengen hervor.
Risikofaktor Sonnenbaden
Hautkrebs ist eine der häufigsten Krebsarten, und die Zahl der Betroffenen hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Zwar ist die genaue Ursache von Hautkrebs immer noch weitgehend unbekannt, ein Zusammenhang mit UV-Strahlen jedoch gilt als sicher. Dafür spricht die Häufigkeit der Hautkrebsfälle insbesondere bei Menschen mit heller Haut in Regionen mit starker Sonnenbestrahlung. Frühzeitig entdeckt und behandelt, sind fast alle Hautkrebsarten heilbar.
Wer Hautkrebs vorbeugen will, sollte starke Sonnenbestrahlung meiden und mit geeigneten Sonnenschutzmitteln, die das gesamte UV-Spektrum umfassen, möglichst jeden Sonnenbrand, am besten sogar jede Bräunung, verhindern. Ideal ist es, die eigene Haut einmal monatlich auf Veränderungen hin zu inspizieren. Bei der Beurteilung verdächtiger Befunde hilft das ABCDE-Schema:
- A (Asymmetrie): auffällig ist ein Fleck, der nicht mehr gleichmäßig rund oder oval erscheint.
- B (Border = Grenze): Pigmentflecken sollten regelmäßig und scharf begrenzt sein. Verdächtig sind unscharfe, gezackte Ränder.
- C (Colour = Farbe): Pigmentflecken sollten gleichmäßig gefärbt sein, verdächtig sind inhomogene Farbgebungen mit mehreren Farbtönen.
- D (Durchmesser): verdächtig sind Hautflecken, deren Durchmesser sich verändert. Der Durchmesser von Leberflecken nämlich verändert sich nie. Darüber hinaus sollte jeder Hautfleck, dessen Durchmesser 5 mm überschreitet oder der neu auftritt vom Hautarzt kontrolliert werden.
- E (Erhabenheit): verdächtig sind Pigmentmale, die sich knotig verändern oder erhaben wirken. Muttermale oder knotige Veränderungen im Gesicht (besonders wenn sie schuppen oder bluten) sowie Verfärbungen, Verdickungen oder warzenförmige Veränderungen an den Geschlechtsorganen und den Brustwarzen sollten vom Hautarzt untersucht werden.
Risikofaktor mangelnde körperliche Bewegung
Mangelnde körperliche Bewegung und Übergewicht sind Risikofaktoren für zahlreiche Erkrankungen, insbesondere aber für Diabetes und verschiedene Krebserkrankungen. Wer sich zu wenig bewegt, riskiert z.B. an Dickdarmkrebs zu erkranken. Menschen, die immer körperlich aktiv sind oder regelmäßig Sport treiben, geht es einfach besser - nicht nur körperlich. Regelmäßig Sport zu treiben, heißt in diesem Zusammenhang, sich mindestens drei mal die Woche 30 Minuten lang körperlich so anzustrengen, dass man schwitzt. Dafür eignen sich vor allem Ausdauersportarten wie z.B. Laufen, Rad fahren, Skilanglauf oder Schwimmen.
Risikofaktor Ernährung
Experten glauben, dass jede dritte Krebserkrankung ernährungsbedingt ist. Dabei aber handelt es sich um Schätzungen, denn aller noch so intensiven Forschung zum Trotz, sind beim Thema Krebs und Ernährung noch viele Fragen offen. Nur bei Brust-, Magen- und Darmkrebs gilt der Zusammenhang zwischen Erkrankung und bestimmten Ernährungsgewohnheiten als gesichert.
Wissenschaftler vermuten, dass sich möglicherweise allein durch den täglichen Verzehr von mehr als 400 Gramm Obst und Gemüse die Zahl der Krebserkrankungen um etwa 20 % senken ließe. Basis für eine gesunde Ernährung sollten pflanzliche Lebensmittel sein, die nicht nur vor Krebs, sondern auch vor anderen Erkrankungen schützen. Eine gesunde Ernährung besteht aus fünf bis sieben Mahlzeiten am Tag und enthält optimalerweise:
- 10-15 % Eiweiß, wobei Fisch, fettarmes Fleisch (z.B. Geflügel) und pflanzliche Eiweiße zu bevorzugen sind. Wer viel Rind-, Schwein- und Lammfleisch isst, hat Studien zufolge ein erhöhtes Risiko, an bestimmten Krebsarten zu erkranken.
- 30 % Fett, wobei der Anteil ungesättigter Fettsäuren möglichst hoch sein sollte.
- 50 - 60 % Kohlenhydrate. Wichtig ist auch, auf die richtigen Kohlenhydrate und eine ausgewogene Ernährung zu achten. Gemüse, Salat, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Nudeln, Reis, Kartoffeln, frisches Obst und Milchprodukte sollten fester Bestandteil des Speisezettels sein. Damit ist auch eine ausreichende Zufuhr an Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen gewährleistet.
Darüber hinaus wird empfohlen, auf stark gesalzene Speisen und salzkonservierte Nahrungsmittel zu verzichten und Lebensmittel stets so zu lagern, dass sie nicht von Schimmelpilzen befallen werden.
Früherkennung
Bei vielen Krebserkrankungen sind die Behandlungsaussichten besser, wenn die Krankheit früh entdeckt wird. In Deutschland bieten die Gesetzlichen Krankenkassen im Rahmen des Gesetzlichen Früherkennungsprogramms nach Alter gestaffelt Untersuchungen zur Früherkennung von Krebs an. Die Kosten der jährlichen Untersuchungen werden von den Krankenkassen übernommen. Untersucht werden im einzelnen:
bei Frauen:
ab 20 Jahre: Innere und äußere Geschlechtsorgane (gynäkologische Untersuchung, PAP-Abstrich und Zelluntersuchung der Gebärmutterschleimhaut)
ab 30 Jahre: Brust und Haut (Abtastung der Brüste, Anleitung zur Selbstuntersuchung der Brust, ggf. Mammographie, gründliche Inspektion der Haut)
ab 45 Jahre: End- und Mastdarm (Austastung des Mastdarms mit dem Finger, Untersuchung auf verstecktes Blut im Stuhl, Darmspiegelung mit 55 Jahren. Wird keine krankhafte Veränderung festgestellt, erfolgt eine weitere Untersuchung frühestens nach 10 Jahren)
bei Männern:
ab 45 Jahre: End- und Mastdarm, Prostata (Austastung des Mastdarms mit dem Finger, Untersuchung auf verstecktes Blut im Stuhl, Prostatauntersuchung, Darmspiegelung mit 55 Jahren. Wird keine krankhafte Veränderung festgestellt, erfolgt eine weitere Untersuchung frühestens nach 10 Jahren)
Die Früherkennungsuntersuchungen schließen darüber hinaus eine ausführliche Anamnese mit gezielten Fragen nach der Vorgeschichte und möglichen Krankheitserscheinungen (z.B. Blutungen, Hautveränderungen, Blut oder Schleim im Stuhl).
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