Winziges Wal-Organ fürs Großmaul
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[mehr]![Elektronenmikroskop-Aufnahme einer Krebszelle; Rechte: Mauritius Images/WDR [m] Elektronenmikroskop-Aufnahme einer Krebszelle; Rechte: Mauritius Images/WDR [m]](/fileadmin/user_upload/Sonderseiten/2008/Dossier_Krebs/Banner_DK1.jpg)
Prostatakrebs

In Deutschland erkranken jährlich rund 25.000 Männer an Prostatakrebs. Damit ist dieser Tumor nach Lungenkrebs die zweithäufigste Krebserkrankung beim Mann. Ursache der steigenden Erkrankungszahlen ist die gestiegene Lebenserwartung. Prostatakrebs ist eine Erkrankung des älteren Mannes, weniger als zehn Prozent der Betroffenen sind jünger als 60 Jahre.
Entstehung und Risikofaktoren
Die Ursachen der Erkrankung sind weitgehend unbekannt. Ein Zusammenhang mit dem Geschlechtshormon Testosteron wird vermutet. Auch genetische Faktoren und eine erbliche Veranlagung scheinen eine Rolle zu spielen. Und da die Erkrankungszahlen in verschiedenen Ländern sehr unterschiedlich sind, geht man von einem Zusammenhang mit Umweltbedingungen und Lebensstil aus. So scheint eine fettreiche und faserarme Ernährung die Entstehung von Prostatakrebs zu begünstigen. Die Prostata (Vorsteherdrüse) gehört zu den männlichen Sexualdrüsen. Sie sitzt direkt unter der Blase vor dem Mastdarm. Am häufigsten entsteht Prostatakrebs im äußeren Anteil der normalerweise glatten Drüse, jenem Teil also, der vom Enddarm aus mit dem Finger gut ertastet werden kann. Ist die Oberfläche der Drüse nicht glatt, sondern verhärtet, muss immer an Krebs gedacht werden.
Diagnostik
Verdächtige Befunde werden mit einer Gewebeprobe abgeklärt. Stellt sich bei der Gewebeprobe heraus, dass es sich um Krebs handelt, sind in der Regel weitere Untersuchungen, wie bestimmte Blutanalysen, Ultraschall und Blasenspiegelung, erforderlich.
Früherkennung
Größtes Problem beim Prostatakrebs ist die Tatsache, dass er häufig erst spät diagnostiziert wird. Im frühen Stadium bereitet der Prostatakrebs häufig keine Beschwerden. Erst im fortgeschrittenen Stadium kommt es zu auffälligen Symptomen wie Blut im Urin oder Schmerzen. Das allerdings sind schon Zeichen dafür, dass der Tumor die Grenzen der Prostata bereits überschritten hat.
Laut Deutschem Krebsforschungszentrum lässt sich Prostatakrebs im Frühstadium teilweise auch mit einer Blutuntersuchung diagnostizieren. Das PSA, das "Prostata-spezifische Antigen" ist ein Eiweißstoff, der nur im Prostatagewebe vorkommt, im Blut jedoch normalerweise nicht oder nur in geringen Mengen nachzuweisen ist. Kommt es zu einer Erhöhung des PSA-Wertes im Blut, kann das ein Hinweis auf Prostatakrebs sein - muss es aber nicht. Denn auch gutartige Prostatatumoren oder Entzündungen können zu einer Erhöhung des PSA-Wertes führen.
Einem Prostatakarzinom vorzubeugen, ist nicht möglich. Bislang ist die rektale Untersuchung des Mastdarms die einzige Möglichkeit der "Früherkennung", auch wenn die dabei entdeckten Tumoren sich leider häufig schon nicht mehr in einem frühen Stadium befinden. Das gesetzliche Krebsfrüherkennungsprogramm in Deutschland bietet für Männer ab dem 45. Lebensjahr jährlich eine entsprechende Vorsorgeuntersuchung vor. Dabei tastet der Arzt mit dem Finger durch den Enddarm die Größe der Prostata ab und untersucht ihre Oberfläche auf Unebenheiten, Knoten und Verhärtungen.
Behandlung
Abhängig vom Stadium der Erkrankung kommen Operation, Strahlentherapie, Hormontherapie oder eine Kombination aus diesen Verfahren als Behandlungsmöglichkeiten in Betracht.
Bei der so genannten radikalen Prostatatektomie werden sowohl die Prostata als auch die Samenbläschen vollständig entfernt. Diese Operation bietet langfristig die größte Aussicht auf Erfolg, vor allem dann, wenn der Tumor noch auf die Prostata begrenzt ist, d.h. noch nicht ins umliegende Gewebe gewachsen ist. Voraussetzung für ein operatives Vorgehen allerdings ist, dass der Tumor noch keine Tochtergeschwülste gebildet hat.
Patienten, für die eine Operation zu risikoreich wäre oder die diese ablehnen, wird eine Strahlentherapie empfohlen. Bei sehr kleinen Tumoren kommt möglicherweise auch eine Strahlentherapie alleine in Betracht. In der Regel wird dabei von außen bestrahlt, alternativ kann die Strahlenquelle auch direkt in der Geschwulst selbst angebracht werden.
Ist die vollständige Entfernung des Tumors durch Operation und/oder Bestrahlung nicht möglich oder hat er bereits Metastasen gesetzt, müssen andere Behandlungsverfahren gewählt werden. Hier spielt vor allem die Hormontherapie eine wichtige Rolle. Das Wachstum vieler Prostatakarzinome wird vom männlichen Geschlechtshormon Testosteron gefördert. Testosteron wird in den Hoden gebildet. Ziel einer Hormontherapie ist es, die Testosteronwirkung auszuschalten: entweder durch eine operative Entfernung der Hoden, die dann kein Testosteron mehr produzieren, oder mit Hilfe von Medikamenten, die die Wirkung des Testosterons hemmen. Heute wird in der Regel auf eine Operation verzichtet, da diese vor allem für jüngere Männer eine große seelische Belastung darstellt.
Die Chemotherapie spielt beim Prostatakrebs eine eher geringe Rolle. Zytostatika nämlich wirken vor allem bei Zellen, die sich besonders schnell teilen. Genau das aber ist bei Prostatakrebs meistens nicht der Fall. Dessen Zellen teilen sich eher langsam, weshalb er auch vergleichsweise langsam wächst.
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