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Leberkrebs

Einige Fakten über Leberkrebs
In Deutschland sind Krebserkrankungen der Leber relativ selten. Jedes Jahr erkranken etwa 5.300 Menschen an Leberkrebs. Männer sind doppelt so oft betroffen wie Frauen. Wichtig ist, Leberkrebs früh zu erkennen. Jährliche Früherkennungsuntersuchungen existieren nicht für Leberkrebs. Um so wichtiger ist es, auf Warnzeichen zu achten. Zu den wichtigsten Risikofaktoren für Leberkrebs gehören ein übermäßiger Alkoholkonsum sowie chronische Virus-Entzündungen der Leber.
Hauptrisiko Faktoren
Zu viel Alkohol ist gar nicht gut für unsere Leber. Auch chronische Virus-Entzündungen - etwa eine Hepatitis B oder C - schaden auf Dauer dem Organ. Die Leberzellen verändern sich - es droht eine Leberzirrhose. Dann kann die Leber nicht mehr richtig arbeiten und das Risiko für die Entstehung eines Leberkrebs steigt.
Was sind die wichtigsten Aufgaben der Leber?
Die Leber eines Erwachsenen wiegt 1,5 bis zwei Kilogramm. Die Leber ist "Klärwerk" des Körpers, gemeinsam mit den Nieren entgiftet sie den Körper. Sie ist auf Schadstoffe spezialisiert, die über den Darm in das Blut aufgenommen werden - wie Alkohol oder Substanzen aus Medikamenten. Außerdem produziert die Leber Gallensekret und rund 2.000 verschiedene Eiweißstoffe, die wichtig sind für unseren Stoffwechsel.
Wie entsteht Leberkrebs?
Warum Leberzellkrebs entsteht, darüber herrscht bei Medizinern noch weitgehend Ungewissheit. Bekannt ist aber, dass ein entscheidender Schritt bei der Entwicklung jedes Tumors in einer Veränderung des Erbgutes in einer oder mehreren Zellen besteht. Die Veränderung führt dazu, dass sich die Zellen erst schneller und dann unkontrolliert teilen. Das Erbgut kann auf unterschiedliche Weise entstehen. Es sind eine Reihe von Faktoren bekannt, die das Risiko erhöhen, an Leberzellkrebs zu erkranken.
Risikofaktoren
- eine chronische Entzündung der Leber durch Hepatitis-Viren
- übermäßiger und regelmäßiger Alkoholkonsum
- ein Umbau von Lebergewebe in Bindegewebe (Leberzirrhose)
- Schimmelpilzgift (Aflatoxine), die über die Nahrung aufgenommen wurden
- seltene Stoffwechselstörungen (Eisenspeicherkrankheit und Alpha-1-Antitrypsin-Mangel)
In den allermeisten Fällen entsteht ein Leberkrebs erst dann, wenn sich große Teile der Leber in Bindegewebe umgebaut haben - wenn also eine Leberzirrhose vorliegt.
Wie wichtig ist die Rolle von Alkohol?
Die gesundheitsfördernden Eigenschaften des Alkohol werden eher überschätzt, die schädlichen Folgen des Alkoholkonsums dagegen drastisch unterschätzt. Alkohol, da sind sich Mediziner einig, ist in unseren Breiten der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung von Leberkrebs. Jahrelanger übermäßiger Alkoholkonsum kann zu einer chronischen Entzündung und zur Zerstörung von Lebergewebe führen: also zu Leberzirrhose. Dann ist das Leberkrebsrisiko stark erhöht. Besonders empfindlich reagiert die Leber auf Alkohol, wenn bereits eine chronische Virushepatitis C vorliegt. Menschen mit einer chronischen Hepatitis C sollten daher ganz auf Alkohol verzichten.
Welche Rolle spielt die Ernährung?
Als ein Risikofaktor für die Entstehung von Leberkrebs gilt auch das Schimmelpilz-Gift Aflatoxin, das in Getreideprodukten enthalten sein kann. Die Gefahr Aflatoxine, mit der Nahrung aufzunehmen, ist in tropischen oder subtropischen Länder mit feuchtwarmem Klima aber sehr viel höher als bei uns. In Deutschland spielen Aflatoxine eine untergeordnete Rolle.
Welche Viren können die Leber angreifen?
Es gibt eine große Familie von Viren, die verschieden schwere Entzündungen der Leber, eine Hepatitis, auslösen. Zurzeit sind fünf Viren bekannt, die eine Virus-Hepatitis im engeren Sinne auslösen. Sie werden mit den Buchstaben A bis E bezeichnet.
Hepatitis A und E
Bei der Hepatitis A und E handelt es sich um Krankheiten, die über Schmierinfektionen direkt von Mensch zu Mensch oder auch über Nahrungsmittel übertragen werden können. Schwerer Brechdurchfall mit Fieber sind die Folge. (Zuweilen auch eine typische Gelbfärbung der Haut: daher der Name "Gelbsucht") Ist die Infektion überwunden, bleibt keine Leberentzündung zurück. Eine Impfung kann vor einer Ansteckung mit Hepatitis A schützen.
Hepatitis B
Das Hepatitis B Virus kann durch verseuchtes Blut, Blut-Produkte (auch beim Drogenkonsum mit verseuchtem Spritzbesteck) oder aber durch Geschlechtsverkehr übertragen werden. In vielen Ländern der Welt, vor allem in Asien, kommen schon viele Kinder mit dem Virus auf die Welt. Das Hepatitis B Virus kann eine akute Leberentzündung auslösen. In etwa 90 % der Fälle gelingt es dem Immunsystem, das Virus zu besiegen, die Infektion heilt dann aus. Bei den anderen Patienten kommt es aber zu einer chronischen Infektion. Auf Dauer schädigt dies das Organ: Es kann zu einer Leberzirrhose kommen. Das ist eine gefürchtete Langzeitfolge einer chronischen Hepatitis B. Denn mit einer Leberzirrhose steigt das Risiko, dass sich ein Leberzellkrebs bildet.
Behandlung der Hepatitis B
Seit einigen Jahren gibt es eine medikamentöse Behandlung der chronischen Hepatitis B. Die Patienten bekommen einen Wirkstoff gespritzt, der das Immunsystem anregt: das so genannte Interferon Alpha. Seit kurzem wird in der Regel ein Interferon gespritzt, das sich länger im Körper hält und also länger wirkt: es heißt "pegyliertes" Interferon. Kombiniert wird es mit Wirkstoffen, die Patienten in Tablettenform schlucken. Diese sollen gezielt verhindern, dass sich die Viren vermehren. Heute gelingt es, etwa jede zweite chronische Hepatitis B mit Hilfe von Medikamenten dauerhaft zu heilen.
Schutzimpfung gegen Hepatitis B
Es gibt eine Schutzimpfung gegen Hepatitis B. Die Ständige Impfkommission STIKO am Robert-Koch-Institut empfiehlt, Kinder und Jugendliche zu impfen. Ebenso sollten sich Menschen impfen lassen, die in medizinischen Berufen arbeiten. Auch vor Reisen in tropische Länder mit schlechter medizinischer Infrastruktur (und wegen sexueller Übertragbarkeit auch zu anderen Reisezielen) empfiehlt sich mitunter eine Hepatitis-B-Schutzimpfung. Für Kinder und Jugendliche übernehmen die Krankenkassen die Kosten einer Impfung.
Blutkonserven und Impfung
Als Schutz vor einer Ansteckung mit Hepatitis B (und auch C) werden Blutspenden auf Viren getestet. Blutkonserven gelten inzwischen als sehr sicher. Das verbliebene Ansteckungsrisiko, das von ihnen ausgeht, ist sehr gering.
Hepatitis C
Eine Hepatitis C löst in den allermeisten Fällen (bis zu 90%) eine chronische Leberentzündung aus. Experten schätzen, dass in Deutschland bis zu 500.000 Menschen das Virus in sich tragen. Viele, ohne es zu merken. Die Krankheitszeichen sind sehr unspezifisch, oft verspüren Patienten nur eine allgemeine Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Erschöpfung als erste Warnzeichen.
Nicht nur bei AIDS gilt: "Kondome schützen"
Das Hepatitis C Virus gilt als besonders gefährliches Virus. Das Virus ist im Blut Infizierter direkt nachweisbar. Mit sehr empfindlichen Nachweismethoden wurden aber auch in anderen Körperflüssigkeiten (Speichel, Schweiß, Tränen, Sperma und Muttermilch) Viren nachgewiesen. Experten gehen davon aus, dass eine Ansteckung über diese anderen Körperflüssigkeiten nicht sehr wahrscheinlich ist, aber auch nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann. Eine Schutzimpfung gegen das Hepatitis C Virus gibt es noch nicht.
Behandlung der Hepatitis C
Mit Hilfe von Medikamenten lässt sich die chronische Leberentzündung behandeln und in etwa jedem zweiten Fall auch heilen. Bei der medikamentösen Behandlung der Hepatitis C kommt auch pegyliertes Interferon zum Einsatz sowie ein Wirkstoff mit Namen "Ribavirin", welcher die Virusvermehrung hemmen soll.
Was sind Alarmsignale, die auf einen Lebertumor hindeuten könnten?
Je früher ein Leberkrebs entdeckt wird, um so besser sind die Heilungschancen. Ein Arzt sollte unbedingt aufgesucht werden
- bei anhaltenden Bauchschmerzen
- wenn Haut oder Augen sich gelb färben
- wer aus unerklärlichen Gründen stark abnimmt - vor allem aber wenn gleichzeitig der Bauchumfang zunimmt. (Das deutet auf eine Flüssigkeitsansammlung im Bauchraum hin)
- bei Erbrechen von Blut
- wenn der Stuhl schwarz gefärbt ist wie Teer, klebrig ist und übel riecht
- nach Schwächezuständen
Sehr oft haben diese Beschwerden auch andere Ursachen, es muss nicht zwangsläufig eine Krebserkrankung vorliegen.
Wie wird ein Leberkrebs festgestellt?
Verschiedene Diagnosemethoden helfen, einen Tumorverdacht auszuräumen oder zu bestätigen
- Ultraschalluntersuchung (Sonographie)
- Computertomographie CT
- Kernspintomographie (MRT)
- sinnvoll kann auch eine Darmspiegelung sein, um eine Darmkrebserkrankung auszuschließen, die in die Leber gestreut hat
- Gewebeentnahme (Biopsie)
- Blutuntersuchung: Hier lassen sich (nicht bei allen Patienten) so genannte Tumormarker nachweisen. Das sind Stoffe, die der Tumor selbst bildet und ins Blut abgibt. So weisen zwei Drittel der Patienten mit Leberkrebs erhöhte Werte des Stoffes Alpha-Feto-Protein (AFP) aus.
Wie wird Leberkrebs behandelt?
Die Operation bietet derzeit wahrscheinlich die einzige Aussicht auf eine vollständige Heilung. Es gibt zwei Möglichkeiten, den Tumor zu entfernen:
- Die Leber wird teilweise entfernt - der Teil, in dem der Tumor sitzt sowie zur Sicherheit gesundes umgebendes Gewebe. Falls nötig kann der Chirurg bis zu 85 Prozent des Lebergewebes wegschneiden. Eine normale Leber erfüllt trotzdem noch ihre Aufgabe, und sie wächst nach.
- Die Leber wird vollständig entfernt und der Patient erhält anschließend eine Spenderleber transplantiert. Da die Wartezeit für die Transplantation einer Leber von einem verstorbenen Organspender sehr lang ist, wird in der Regel ein Leberlappen eines lebenden Spenders (in der Regel eines Verwandten mit gleicher Blutgruppe) transplantiert.
Was ist, wenn der Tumor nicht entfernt werden kann?
Wenn es nicht möglich ist, den Krebs zu entfernen, ist das Ziel der Behandlung, das Wachstum des Tumors zu bremsen - oder, wenn möglich, den Tumor zu zerstören. Dazu nutzen Ärzte verschiedene Techniken:
- Der Leberkrebs wird verödet. Dazu wird durch die Bauchdecke hochprozentiger Alkohol direkt in den Tumor gespritzt. Wenn viele Geschwülste so behandelt werden müssen, kann dies auch in Narkose erfolgen.
- Der Leberkrebs wird "verkocht". Bei der so genannten "Thermo-Ablation" wird eine Sonde durch die Haut direkt in den Tumor geschoben. Die Spitze dieser Hochfrequenzsonde heizt sich stark auf, durch die Hitze wird das Tumorgewebe abgetötet.
- Die Blutgefäße, die den Tumor mit Blut versorgen, werden verstopft. Die Krebszellen sterben ab, der Tumor verkleinert sich.
- Der Leberkrebs wird bestrahlt. Die Strahlentherapie kommt vor allem bei der Behandlung von Metastasen zum Einsatz und um Schmerzen zu lindern.
Anders als bei anderen Krebserkrankungen spielt die Chemotherapie bei der Behandlung von Leberkrebs eher eine Nebenrolle.
Krebsinformationsdienst KID am Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg (DKFZ)
Deutsche Krebshilfe e.V. - Die Broschüren "Blaue Ratgeber" können im Internet kostenlos als PDF-Dateien herunter geladen werden zu dem Thema.
Krebs der Leber und der Gallenwege
Bundesarbeitsgemeinschaft Leber - Internetportal von in Deutschland überregional tätigen Organisationen im Bereich Hepatitis- und Lebererkrankungen
Inkanet - Das Informationsnetz für Krebspatienten und Angehörige
Krebs-Kompass - Patienteninformation und Selbsthilfeforum
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