Kehlkopfkrebs

Elektronenmikroskop-Aufnahme einer Krebszelle; Rechte: Mauritius Images/WDR [m]

Dossier Krebs


Kehlkopfkrebs


Kehlkopfkrebs; Rechte: picture-alliance/tmn

Heiserkeit als Frühwarnung

Verbreitung
Kehlkopfkrebs ist ein seltener bösartiger Tumor, der nur ca. 2 % aller Krebserkrankungen ausmacht. Am häufigsten erkranken Männer zwischen 50 und 70 Jahren. In den letzten Jahren stieg jedoch die Zahl der betroffenen Frauen und es die Patienten wurden immer jünger.

Ursachen
Die Ursachen für die Entstehung von Kehlkopfkrebs sind noch nicht genau geklärt. Sicher ist jedoch, dass Rauchen der häufigste Auslöser ist. Das Erkrankungsrisiko wird durch gleichzeitigen Alkoholkonsum verstärkt.

Erste Anzeichen
Im Gegensatz zu den meisten anderen Krebserkrankungen, die in frühen Stadien keine Beschwerden verursachen, können sich Kehlkopfkarzinome durch eine anhaltende Heiserkeit bemerkbar machen. Bei jeder länger als zwei Wochen bestehenden Heiserkeit sollte deshalb ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufgesucht werden.

Was macht der Arzt?
Er wird zunächst eine einfache, schmerzlose ambulante Untersuchung durchführen, bei der die Schleimhäute im Bereich der Mundhöhle, des Rachens, des Kehlkopfs und der Nase untersucht werden und ggf. eine Ultraschalluntersuchung des Halses machen. In aller Regel kann mit diesen Untersuchungen der Verdacht auf einen Tumor gesichert oder ausgeschlossen werden.

Spiegelung
In besonderen Fällen werden darüber hinaus ergänzende endoskopische Untersuchungen (Spiegelungen). Ergibt sich bei diesen Untersuchungen ein Hinweis auf eine Tumorerkrankung, ist häufig eine weitere Endoskopie (Spiegelung) erforderlich, bei der Gewebeproben entnommen und anschließend untersucht werden. Diese Untersuchung erfolgt in der Regel in Narkose.

Es gibt drei Tumorarten
Man unterscheidet bezüglich der Lage zu den Stimmbändern drei große Gruppen dieser Tumoren: Supraglottische Tumore befinden sich oberhalb der Stimmbänder. Die seltenen subglottischen Tumore sind unterhalb der Stimmbänder. Die glottischen Tumore, bei denen die Stimmbänder selbst betroffen sind, kommen am häufigsten vor. Sie werden aufgrund ihrer typischen Symptome (Heiserkeit) meist früh erkannt.

Die Behandlung
Für die Behandlung von Kehlkopfkrebs stehen operative Verfahren und die Strahlentherapie zur Verfügung. Welches Verfahren angewandt wird, richtet sich nach Ort des Tumors sowie seiner Ausdehnung und Größe.

Kleine Tumoren
In einem frühen Krankheitsstadium kann der Tumor geheilt werden. Ist der Tumor klein, kann er unter Umständen mikrochirurgisch oder mit einem Laser abgetragen werden. Es ist auch möglich, dass der Kehlkopf nur teilweise entfernt wird. Auf diese Weise kann sowohl die Stimme als auch eine normale Atmung erhalten bleiben.

Große Tumoren
Große Tumoren können häufig nur durch eine Entfernung des gesamten Kehlkopfes behandelt werden. Das hat für den Patienten erhebliche Konsequenzen. Fehlt der Kehlkopf, müssen Atem- und Luftwege künstlich getrennt werden, um zu verhindern, dass Nahrungsmittel in die Luftwege gelangen. Um die Atemfunktion zu erhalten, wird ein dauerhafter Luftröhrenschnitt am Hals gemacht, ein so genanntes Tracheostoma. Dadurch verliert der Patient seine Stimme und kann auch nicht mehr durch Mund und Nase atmen.

Strahlentherapie
Kann der Betroffene nicht operiert werden, ist der Tumor zu groß oder konnte nur unvollständig entfernt werden oder liegen Lymphknotenmetastasen vor, wird in der Regel eine Strahlentherapie durchgeführt.

Welche Arten von Ersatzstimmen gibt es?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um die Sprechfähigkeit wieder herzustellen. Die gleiche Stimmqualität wie vor der Erkrankung wird allerdings nicht mehr erreicht. Die verschiedenen Formen einer Ersatzstimme, eine davon ist die so genannte Ösophagusersatzstimme, bei der die Speiseröhre zur Stimmbildung eingesetzt wird. Sie zu erlernen, erfordert viel Geduld beim Patienten. Eine Alternative sind elektronische Sprechhilfen, die eine mechanische Stimme erzeugen.

Vorbeugung
Durch den Verzicht auf Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum kann man Kehlkopfkrebs vorbeugen. Vorsorgeuntersuchungen für Tumoren im Kopf-Hals-Gebiet gibt es bislang nicht.


Adressen und Links

Die Internetseiten von KID, dem Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg.
Hier: Die Seite über Kehlkopfkrebs

Die blauen Ratgeber und Präventionsratgeber der Deutschen Krebshilfe bieten Informationen und Anregungen. Sie können dort kostenlos bestellt werden oder von der Internetseite als pdf-Dokument herunter geladen werden.

Rachen- und Kehlkopfkrebs

Die Website des Bundesverbandes der Kehlkopflosen vermittelt viele Informationen und bietet über die Landesverbände Kontakt zu anderen Patienten, die weiterhelfen, solange das eigene Sprechen noch nicht wieder möglich ist.

Deutsche Krebsgesellschaft e.V. bietet Informationen zu Kehlkopfkrebs





Radio zum Mitnehmen

Blaues Ohr mit Ohrstöpsel mit von ihm ausgehenden Sendewellen vor blauem Hintergrund (Rechte: WDR)

Leonardo als Podcast [mehr]

Die Kleine Anfrage

Hörer fragen, Leonardo antwortet
[mehr]