Hautkrebs

Elektronenmikroskop-Aufnahme einer Krebszelle; Rechte: Mauritius Images/WDR [m]

Dossier Krebs


Hautkrebs


Schwarzer Hautkrebs; Rechte: dpa

Hautkrebs ist eine der häufigsten Krebsarten und die Zahl der Betroffenen hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Das hat auch mit unserem Schönheitsideal zu tun: Braungebrannt ist "in". Zwar ist die genaue Ursache von Hautkrebs immer noch weitgehend unbekannt, ein Zusammenhang mit UV-Strahlen gilt jedoch als sicher. Dafür spricht die Häufigkeit der Hautkrebsfälle insbesondere bei Menschen mit heller Haut in Regionen mit starker Sonnenbestrahlung.

Gefährliche Sonne
Überschreitet die Bestrahlung mit UV-Strahlen einen individuell unterschiedlichen Grenzwert (z.B. bei einem Sonnenbrand), kommt es nach einigen Stunden zu einer Rötung und Schwellung Haut. Als Faustregel gilt, dass dieser Grenzwert bei nicht vorgebräunter Haut in unseren Breitengraden im Sommer in der Mittagszeit nach etwa 30 Minuten erreicht ist, im Mittelmeerraum schon nach etwa 20 Minuten. Das Ausmaß der Hautschädigung hängt dabei von der Zusammensetzung der Strahlen abhängig. UVB-Strahlen wirken stärker als UVA-Strahlen, was in den vergangenen Jahren dazu führte, dass UVA-Solarien als weniger gefährlich galten. Inzwischen sehen Hautärzte das anders. Wer mit UVA-Strahlen braun werden will, muss sich viel länger darin sonnen. Was die Spätfolgen betrifft, läuft es am Ende auf das Gleiche hinaus: bei gleicher Bräunung besteht das gleiche Risiko für Spätfolgen- egal, ob bei langer UVA-Bestrahlung oder kürzerer natürlicher UVB-Bestrahlung.

Hautkrebsarten
Im wesentlichen werden drei Hautkrebsarten unterschieden: Basaliome, Spinaliome und Melanome. Letztere werden auch als "schwarzer Hautkrebs" bezeichnet. Frühzeitig entdeckt und behandelt sind fast alle Hautkrebserkrankungen heilbar.

Bei der häufigsten Hautkrebsart überhaupt, dem Basaliom, handelt es sich um eine sehr langsam wachsende Krebsart, die nur sehr langsam wächst und selten Metastasen bildet. Sie können meistens ambulant entfernt werden und damit ist die Therapie für die meisten Patienten auch schon beendet. Auch Spinaliome metastasieren sehr selten und können durch die Entfernung fast immer geheilt werden.

Auch beim Melanom, dem gefürchteten schwarzen Hautkrebs, ist die operative Entfernung des Tumors die wichtigste Behandlungsmethode. Allerdings sind hier die Heilungschancen deutlich geringer. Haben sich bereits Metastasen in anderen Organen gebildet, kann eine Kombination von Chemo- und Immuntherapie zwar zu Rückbildungen führen, die allerdings selten von Dauer sind. Einzelne Metastasen werden in der Regel mit einer Strahlentherapie behandelt. Entscheidend für die Prognose sind die Dicke des Melanoms und die Tiefe seines Eindringens in die Haut: Je dünner, desto besser. Liegen bereits Fernmetastasen vor, bestehen kaum Heilungsaussichten. Die größte Heilungschance besteht bei frühzeitiger Erkennung und Behandlung.

Vorbeugung
Wer Hautkrebs vorbeugen will, sollte starke Sonnenbestrahlung meiden und mit geeigneten Sonnenschutzmitteln, die das gesamt UV-Spektrum umfassen, möglichst jeden Sonnenbrand, am besten sogar jede Bräunung, verhindern. Ideal ist es, die eigene Haut einmal monatlich auf Veränderungen hin zu inspizieren. Allerdings haben nahezu alle Menschen Pigmentflecken und nicht bei jedem Leberfleck handelt es sich gleich um Krebs. Bei der Beurteilung verdächtiger Befunde hilft das ABCDE-Schema:

A = Asymmetrie: auffällig ist ein Fleck, der nicht mehr gleichmäßig rund oder oval erscheint.

B = Border (Grenze): Pigmentflecken sollten regelmäßig und scharf begrenzt sein. Verdächtig hingegen sind unscharfe, gezackte Ränder.

C = Colour (Farbe): Pigmentflecken sollten gleichmäßig gefärbt sein, verdächtig sind uneinheitliche Farbgebungen mit mehreren Farbtönen.

D = Durchmesser: verdächtig sind Hautflecken, deren Durchmesser sich verändert. Außerdem sollte jeder Hautfleck, dessen Durchmesser 5 mm überschreitet oder neu auftritt vom Hautarzt kontrolliert werden.

E = Erhabenheit: verdächtig sind Pigmentmale, die sich knotig verändern, die erhaben wirken und/oder deren Oberfläche rau oder schuppend sind. Außerdem sind Blutungen und Juckreiz verdächtige Zeichen.

Wer sich im Solarium bräunt, erhöht sein Hautkrebs-Risiko. Die Weltgesundheitsorganisation warnt daher vor der Strahlung aus der Röhre. [Wdr 5]

Jeder über 35 Jahre kann sich einem Hautkrebs-Screening unterziehen. Wie läuft so eine Untersuchung ab? [WDR 5]


Adressen und Links

Die Internetseiten von KID, dem Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg.
Hier: die Seite über Hautkrebs

Die Internetseiten der Deutschen Krebshilfe. Sie enthalten unter anderem die Broschüren der Deutschen Krebshilfe, die so genannten blauen Ratgeber, die alle als pdf-Dokument heruntergeladen werden können.

Hautkrebs

Die Internetseiten der Deutschen Hautkrebs-Stiftung

Ein Informationsblatt der Krebsgesellschaft NRW zur Früherkennung und Behandlung von Hautkrebs

Internetseiten der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie, einem Zusammenschluss der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft und der Deutschen Krebsgesellschaft

Behandlungs-Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) und der Deutschen Krebsgesellschaft im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft der Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF)

Internetseite des Bundesamtes für Strahlenschutz, die u.a. die aktuellen deutschen UV-Index-Werte enthält, sowie eine Prognose für die nächsten Tage.





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