Gebärmutterhalskrebs

Elektronenmikroskop-Aufnahme einer Krebszelle; Rechte: Mauritius Images/WDR [m]

Dossier Krebs


Gebärmutterhalskrebs


Papillomavirus; Rechte: Mauritius Images

In der Gebärmutter können verschiedene Arten von bösartigen Tumoren entstehen. Der Gebärmutterkrebs entsteht in der Gebärmutter selbst. Meist tritt er bei Frauen in etwas höherem Lebensalter auf. Das Zervixkarzinom bildet sich aus dem Gebärmutterhals (Zervix). Das Zervixkarzinom ist nach den bösartigen Tumoren der Brust und den Tumoren des Darms und der Gebärmutter selbst der vierthäufigste Tumor der bei Frauen auftritt. In Deutschland erkranken jährlich 10 - 15 von 100 000 Einwohnerinnen.

Erkrankung beginnt meist schon Jahre vor der Diagnose
Beim Zervixkarzinom kommt es zur unkontrollierten Vermehrung der Zellen des Gebärmutterhalses. Die Erkrankung beginnt häufig schon 10 bis 20 Jahre vor der Diagnose-Stellung mit Gewebeveränderungen im Gebärmutterhals. Diese so genannte "Präkanzerose" ist mit einem erhöhten Krebsrisiko verbunden und lässt sich relativ gut durch eine Abstrichuntersuchung erkennen. Jede Frau kann diese ab dem 20. Lebensjahr einmal jährlich durchführen lassen. Die Kosten dafür werden von den Krankenkassen übernommen.

Ursachenforschung
Die genauen Mechanismen der Tumorentstehung sind noch weitgehend ungeklärt. Als mögliche Ursachen kommen genetische Veranlagung, Umwelteinflüsse und Infektionen in Frage. Andere Faktoren sind wahrscheinlich: Diskutiert werden Östrogenbetonte Ovulationshemmer (Pille), Rauchen, eine HIV-Infektion und häufig wechselnde Sexualpartner. Als einer der wichtigsten Auslöser gelten heute Infektionen mit bestimmten sexuell übertragbaren Viren, den so genannten Humanen Papillomaviren (HPV).

Früherkennung ist möglich
Gebärmutterhalskrebs entsteht meistens in dem Bereich, wo das Plattenepithel der Scheide an das Drüsenepithel des Gebärmutterhalses grenzt. Mit der Abstrichdiagnostik (PAP Test)steht eine effiziente Methode zur Früherkennung zur Verfügung, die tatsächlich die Möglichkeit bietet, Krebsvorstufen zu erkennen und ggf. zu behandeln und so die Entstehung einer aggressiven Krebserkrankung zu verhindern.

Therapie
Die Therapie des Gebärmutterhalskrebses hängt ab von Stadium und Ausdehnung der zellulären Veränderungen. Besteht der Verdacht auf Krebs, erfolgt in der Regel zunächst eine Gewebsentnahme in Form einer Biopsie oder einer Konisation (Herausschneiden eines Gewebskegels aus dem Muttermund). Diese Maßnahme stellt häufig auch die einzige erforderliche Therapie dar, sofern die anschließende feingewebliche Untersuchung ergibt, dass die verdächtigen Bezirke im Gesunden entfernt wurden. Bei weiter entwickelten Tumoren wird eine größere Operation notwendig, bei der Gebärmutterhals, Gebärmutter und Lymphknoten entlang der Blutgefäße des Beckens operativ entfernt werden. Je nach Ausdehnungsgrad des Tumors ist anschließend noch eine Strahlentherapie nötig.

Die Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs, der PAP- Abstrich, gilt als gelungene Methode. Doch nun wird Kritik laut. [WDR 5]

Der Medizin-Nobelpreis 2008 wurde zur Hälfte dem deutschen Wissenschaftler Harald zur Hausen verliehen – für seine Forschung zu krebsauslösenden Viren. Heute gibt es eine Impfung gegen diese Papillomaviren, die zu Gebärmutterhalskrebs führen können. [WDR 5]


Adressen und Links

Die Internetseiten von KID, dem Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg, über Gebärmutterhalskrebs.

Die Internetseiten der Deutschen Krebshilfe. Sie enthalten unter anderem die Broschüren der Deutschen Krebshilfe, die so genannten blauen Ratgeber, die alle als pdf-Dokument heruntergeladen werden können.

Gebärmutter- und Eierstockkrebs

Empfehlungen des Tumorzentrums München (Medizinische Fakultäten der Ludwig-Maximilian-Universität und der Technischen Universität München) zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Zervixkarzinoms

Empfehlungen zur Behandlung des Gebärmutterhalskrebses und seiner Vorstufen von der Universitätsfrauenklinik Jena

Internetseite über das Zervixkarzinom, angeboten von der Universitätsklinik Bonn. Die dortigen Angaben beruhen auf Dokumenten des National Cancer Institute der USA

Internetseite der Frauenklinik Leverkusen





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