Blasenkrebs

Elektronenmikroskop-Aufnahme einer Krebszelle; Rechte: Mauritius Images/WDR [m]

Dossier Krebs


Blasenkrebs


Blasenschwaeche; Rechte: Mauritius Images

Ursachen und Risiken
Der Blasenkrebs gehört zu den zehn häufigsten Tumoren in Deutschland. Früher war dieser Krebs ein sogenannter Männerkrebs, aber inzwischen erkranken auch immer mehr Frauen daran. Eines haben alle Frauen gemeinsam die an diesem Krebs erkranken, sie sind starke Raucherinnen. Zigarettenrauchen erhöht das Risiko für Blasenkrebs. Man kann sagen, dass je mehr Zigaretten man raucht, umso aggressiver der Blasenkrebs ist.

Aber nicht nur Rauchen auch Dieselkraftstoffe, Umweltgifte und Farbstoffe in Kleidung und Haarfärbemittel sind erwiesene Auslöser für diesen Krebs. Deswegen ist der Blasenkrebs auch eine anerkannte Berufserkrankung bei Arbeitern, die mit diesen Stoffen in Berührung kommen.

Was früher als "Krebs im Alter" galt, hat sich geändert, die Patienten werden immer jünger. Früher war das durchschnittliche Patientenalter 66 Jahre, mittlerweile sind Patienten zwischen 40 und 50 Jahren keine Seltenheit mehr.

Anzeichen und Früherkennung
Wie bei allen anderen Krebserkrankungen ist es auch beim Blasenkrebs wichtig, ihn möglichst früh zu entdecken. Wenn die Schmerzen erst da sind, ist es oft zu spät für eine einfache Behandlung. Je nach Art und Größe des Tumors bleibt dann nur die Entfernung der gesamten Blase übrig. Deshalb ist auch hier Früherkennung der erste Schritt im Kampf gegen diese Erkrankung.

Ein absolutes Alarmzeichen ist Blut im Urin. Da das bei einer Blasen oder Nierenbeckenentzündung auch vorkommen kann, heißt es nicht in jedem Fall, das ein Verdacht auf Blasenkrebs vorliegt. Der Unterschied besteht darin, dass Blasen und Nierenentzündungen äußerst schmerzhaft sind und Blut im Urin dabei nicht selten sind, bei einem Blasenkrebs allerdings diese Blutungen nicht mit Schmerzen einhergehen. Blut im Urin - auch kleine Mengen- können ein Hinweis auf einen Krebs in der Blase sein. Deswegen sollte der Betroffene in so einem Fall -egal ob mit oder ohne Schmerzen -, so schnell wie möglich einen Urologen aufsuchen.

Vorsorge
Um das Risiko an diesem Krebs zu erkranken zu senken, sollten natürlich die oben erwähnten Risikofaktoren gemindert oder ganz vermieden werden.

Eine reine Vorsorgeuntersuchung, die zum Beispiel jährlich auf Kosten der Krankenkasse durchgeführt wird, gibt es für diese Krebserkrankung nicht. Aber man kann sich selber helfen. Mit Teststäbchen, die es für wenig Geld in jeder Apotheke gibt, kann jeder leicht zur Vorsorge greifen. Darauf sind schon einzelne Blutzellen im Urin zu erkennen, bevor die Blutung mit bloßem Auge sichtbar wird.

Behandlung
Die Chancen diesen Krebs zu Überleben sind abhängig von der Art des Tumors und dem Stadium der Früherkennung. Wenn der Blasenkrebs rechtzeitig erkannt und richtig behandelt wird, ist er heilbar. Jeder Tumor muss zwar operiert werden, aber nur bei hochaggressiven Tumoren die in die Blasenwand hineingewachsen sind, muss auch die gesamte Harnblase entfernt werden.

Resektion
Oberflächliche Tumoren ( das sind die meisten, ca 80%) werden heute meist mit einer Videoresektion behandelt. Dabei wird eine winzige Kamera durch die Harnröhre eingeführt, der Chirurg sieht auf dem Bildschirm den Tumor und kann ihn mit Hilfe einer Elektroschlinge weg schneiden. Diese endoskopische Resektion geht allerdings nur bei Tumoren die in die Blase hineingewachsen sind ( wie eine Zierpflanze ins Aquarium).

Um vorzusorgen, dass der Krebs dann nicht wieder ausbricht, muss sich der Patient nach der Ausschälung des Tumors mit der Elektroschlinge, noch einer sogenannten Instillationstherapie unterziehen. Dabei wird meist ein Chemotherapeutikum direkt in die Blase gespritzt. Das bedeutet: Chemotherapie nur lokal und nicht im ganzen Körper. Aber es gibt noch eine andere, lokale Methode, mit deren Hilfe versucht wird, ein weiteres Krebswachstum zu verhindern, die BCG Installation: Abgeschwächte Tuberkelbakterien werden eingesetzt: Sie gaukeln der Blase vor, dass dort eine Entzündung wäre; die Blase reagiert dementsprechend, das Immunsystem wird aktiviert und die eigenen Krebszellen werden vernichtet.

Operation
Bei 80 % aller Blasentumore kann der Tumor endoskopisch entfernt werden. Tumore, die in die Blasenwand eingewachsen sind, oder aggressiver Arten von Tumoren, können nicht durch eine Resektion entfernt werden. Dabei werden je nach Art des Tumors, Teile oder auch die gesamte Blase weggenommen - inklusive der Prostata und der Samenleiter beim Mann. In diesem Fall bedeutet so eine große Operation für Männer deshalb auch gleichzeitig Sterilität und in vielen Fällen sogar Impotenz.

Wenn die Blase ganz entfernt werden muss, um den Krebs zu stoppen, muss das nicht zwangsläufig für die Patienten bedeuten, dass sie nun immer mit einem künstlichen Blasenausgang leben müssen. Damit die Patienten auch ohne eigene Blase gut leben können, wird ihnen - wenn es die medizinischen Vorraussetzungen zulassen - während der Operation aus einem Stück Darm eine neue Blase gebaut.

Weil die Anatomie des weiblichen kleinen Beckens aber um vieles komplizierter ist als beim Mann, war es noch vor fünf Jahren nahezu unmöglich auch Frauen eine neue Blase zu bauen. Das hat sich heute geändert.

Ein großer Fortschritt, denn nun müssen Frauen nach einer Entfernung der Harnblase nicht zwangsläufig auch einen künstlichen Ausgang bekommen.

Wenn medizinische Gründe das Anlegen einer neuen Blase unmöglich machen, bekommen die Patienten eine Durchlaufblase - einen künstlichen Ausgang - und müssen einen Beutel tragen.


Adressen und Links

Krebsinformationsdienst KID am Deutschen Krebsforschungszentrum DKFZ

Deutsche Krebshilfe e.V. - Blasenkrebs

Inkanet - Das Informationsnetz für Krebspatienten und Angehörige

Krebs-Kompass - Patienteninformation und Selbsthilfeforum

Deutsche Krebsgesellschaft e.V.





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