Krebs ist nicht gleich Krebs

Elektronenmikroskop-Aufnahme einer Krebszelle; Rechte: Mauritius Images/WDR [m]

Dossier Krebs


Krebs ist nicht gleich Krebs


Tumor; Rechte: Mauritius

Gutartig oder bösartig - das ist die Schlüsselfrage, die sich bei jedem Tumor stellt. Über 40 Prozent aller Menschen erkranken im Laufe ihres Lebens an einer bösartigen Geschwulst (= Tumor), bei jedem vierten Deutschen ist eine Tumorerkrankung die Todesursache. Gutartige Tumoren hingegen führen nur selten zum Tod. Um so wichtiger ist eine besonders sorgfältige Diagnostik bei jeder Tumorerkrankung!

Grundsätzlich unterscheidet man folgende Tumoren:

Gutartige (= benigne) Tumoren, die sich vom übrigen Organgewebe gut abgrenzen. Gutartige Tumoren lassen sich in den allermeisten Fällen gut behandeln und werden in der Regel nur dann zum Problem, wenn sie sich an Körperstellen befinden, wo sie nicht behandelt werden können, z.B. ein gutartiger Gehirntumor, der aber nicht entfernt werden kann, weil bei der Operation andere lebenswichtige Hirnstrukturen in Mitleidenschaft gezogen würden.

Bösartige (maligne) Tumoren, umgangssprachlich auch Krebs genannt, dringen in benachbarte Gewebe ein und zerstören diese. Außerdem verbreiten sie ihre Zellen über das Blut- oder Lymphsystem in andere Organe und können dort Tochtergeschwülste, so genannte Metastasen bilden.

So genannte Präkanzerosen. Dabei handelt es sich um Krebsvorstufen; Gewebeveränderungen, bei denen ein hohes Risiko besteht, dass sich daraus eine Krebserkrankung entwickelt

Ein so genanntes Carcinoma in situ. Dabei handelt es sich eigentlich um einen bösartiger Tumor, der aber noch kein Krebs ist, weil er sich in seinen Gewebsgrenzen hält und das umgebende Gewebe noch nicht zerstört hat.

Beim Brustkrebs spricht der Arzt vom Mammakarzinom (Mamma = Brust), beim Knochenkrebs von einem Osteosarkom (Osteo = Knochen), beim Blutkrebs z.B. von einer Leukämie... Krebs ist also nicht gleich Krebs.

Die Einteilung der Krebserkrankungen erfolgt danach, von welchem Gewebe sie abstammen:

Bösartige Tumoren der Haut, Schleimhaut oder des Drüsengewebes werden als Karzinome bezeichnet. Beispiele: Bronchialkarzinom (Lungenkrebs, von den Schleimhäuten der Bronchien ausgehend), Mammakarzinom (Brustkrebs, der im Drüsengewebe der Brust entstanden ist)

Bösartige Tumoren des Bindegewebes, Fettgewebes oder der Knochen werden Sarkome genannt. Beispiele: Osteosarkom (bösartiger Tumor, der im Knochen entstanden ist), Liposarkom (bösartige Geschwulst, die vom Fettgewebe ausgeht).

Bei Leukämien, Myelomen und Lymphomen handelt es sich um Krebserkrankungen des blutbildenden Systems.

Daneben gibt es noch Tumoren, die aus embryonalen Gewebe oder aus Geschlechtszellen stammen, die so genannten Keimzelltumoren. Sie bilden sich hauptsächlich - aber nicht nur - in den Geschlechtsorganen.





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