Epidemiologie

Elektronenmikroskop-Aufnahme einer Krebszelle; Rechte: Mauritius Images/WDR [m]

Dossier Krebs


Epidemiologie


Kernspintomographie; Rechte: Mauritius

Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems wie Herzinfarkt oder Schlaganfall sind nach wie vor Todesursache Nummer eins in Deutschland. Krebserkrankungen allerdings folgen in der Statistik der Todesursachen direkt auf Platz zwei.

Etwa jeder dritte Bundesbürger stirbt an einer Krankheit des Herz-Kreislaufsystems - jeder Vierte an Krebs. Das allerdings könnte sich schon bald ändern. Weil die Zahl der Todesfälle durch Herz-Kreislaufkrankheiten seit den 70er Jahren kontinuierlich abnimmt, muss damit gerechnet werden, dass Krebs in 15 bis 20 Jahren zur häufigsten Todesursache in Deutschland wird.

Jedes Jahr erkranken knapp 350.000 Menschen in Deutschland an Krebs: etwa 170.000 Männer und rund 180.000 Frauen. Krebs ist eine Erkrankung, die häufig in höherem Lebensalter auftritt. Etwa 70 Prozent dieser Menschen sind zum Zeitpunkt der Diagnose älter als 60 Jahre.
Die häufigste Krebserkrankung beim Mann ist zur Zeit der Lungenkrebs, gefolgt vom Prostatakrebs. Bei den Frauen steht der Brustkrebs an erster Stelle, gefolgt vom Darmkrebs.
Bei Männern ist Lungenkrebs die häufigste zum Tode führende Krebskrankheit, bei Frauen ist es Brustkrebs. Die zweithäufigste Krebstodesursache ist bei beiden Geschlechtern der Darmkrebs.

Dabei ist Krebs nicht automatisch ein Todesurteil. Im Gegenteil: Die Aussicht auf endgültige Heilung einer Krebskrankheit ist deutlich besser als bislang gedacht. Aktuelle Studien belegen, dass mehr als jeder zweite Patient auch zwanzig Jahre nach der Diagnose "Krebs" noch lebt. Bisher gingen Ärzte von deutlich geringeren Überlebenschancen aus. Die neuen Schätzungen fallen deshalb so positiv aus, weil sie stärker als ältere Studien auch die Fortschritte in der Krebsbehandlung berücksichtigen. Menschen mit Hoden- oder Schilddrüsenkrebs haben nach den neuen Zahlen eine 90%ige Überlebenschance. Menschen mit einem Melanom oder einem Prostatakrebs eine 80%ige. Zwanzig Jahre nach der Diagnose lebt - statistisch gesehen - noch jeder zweite Patient, bei dem ein Dickdarm-, Eierstock- oder Nierenkrebs festgestellt worden war.





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