Traditionelle Chinesische Medizin

Bild: Hot Stone Massage; Rechte: WDR

Dossier Alternativmedizin


Traditionelle Chinesische Medizin


Das Konzept
Die Traditionelle Chinesische Medizin, TCM, ist ein eigenständiges in sich geschlossenes medizinisches System. Der Grundidee nach strömt die Lebensenergie "Qi" durch den Körper. Solange sie ohne Störungen fließt, sind die Gegensätze "Yin" und "Yang" im Gleichgewicht. Ist der Fluss gestört, kann das der Auslöser für Krankheiten sein. Der TCM-Arzt versucht dann das Gleichgewicht zwischen "Yin" und "Yang" wieder herzustellen.

Griffe, Nadeln und Kräuter
In der TCM wird mit speziellen Diagnosetechniken gearbeitet. Für die Behandlung gibt es die Akupunktur, die Tuina-Massage, das ist eine besondere Form der Manualtherapie, und eine Ernährungstherapie. Dazu kommen mit Qigong und Tai Chi noch zwei meditative Techniken. Die wichtigste Therapieform ist die Behandlung mit Heilsubstanzen aus pflanzlichen, mineralischen und tierischen Stoffen, von denen mehr als 11.000 zur Verfügung stehen.

Anwendungsbereiche
Mit TCM werden vor allem funktionelle Störungen wie Reizdarm, chronische Schmerzen und Arthrose behandelt.

Die Therapie
Nachdem die Diagnose feststeht, verordnet der TCM-Arzt eine Arzneimischung, die über den Tag verteilt eingenommen wird. Die Mischungen gibt es in Form von Pulvern, Tabletten, Säften, Tinkturen, Kapseln oder als flüssige Extrakte (Dekokte). Ergänzend können Akupunkturbehandlungen, Tuina-Massagen, Tai Chi- oder Qigong-Übungen empfohlen werden.

Risiken und Nebenwirkungen
Die Nebenwirkungen der meisten TCM-Arzneien sind nicht erforscht. Besonders vorsichtig sollten Menschen mit Nieren- und Lebererkrankungen sein. Möglich sind auch allergische Reaktionen.

Die Wirksamkeit
Wissenschaftler kritisieren, dass ein großer Teil der Studien, die es zur TCM gibt, methodische Schwächen haben. Aus diesem Grund gibt es bislang wenig stichhaltige Belege über die Wirksamkeit. Klinische Studienergebnisse deuten aber an, dass Arzneimittel aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) zum Beispiel bei Kopfschmerzen helfen können.

Landkarte des chinesischen Reichs
Die Meridiane, also die gedachten Linien, auf die die Akupunkturnadeln gesetzt werden, sind wissenschaftlich nicht nachweisbar. Sie gehen auf ein theoretisches Konstrukt in der TCM zurück. Die Meridiane sind den Verläufen der Wasser- und Landstraßen des chinesischen Reichs nachempfunden und wurden lediglich auf den menschlichen Körper übertragen.


Literatur

Das große Buch der chinesischen Medizin
Kaptchuk, Ted J.
2006, Fischer, Frankfurt
10,00 Euro
ISBN: 3-59617-123-7

Die Heilkunst der Chinesen
Daiker, Ilona; Kirschbaum, Barbara
1997, Rowohlt, Reinbek
8,90 Euro
ISBN: 3-49960-275-X

Chinesische Medizin
Unschuld, Paul
1997, C.H.Beck, München
7,90 Euro
ISBN: 3-40641-056-1






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