Phytotherapie

Bild: Hot Stone Massage; Rechte: WDR

Dossier Alternativmedizin


Phytotherapie


Das Konzept
Die Phytotherapie, die auf der Heilkraft von Pflanzen beruht, ist die älteste Heilkunde der Welt. Anders als in der Homöopathie, in der unter anderem mit hochverdünnten Pflanzenextrakten gearbeitet wird, werden die Inhaltsstoffe der Pflanzen hier als direkte Auslöser der heilenden Wirkung gesehen. Heilpflanzen sind zudem der Grundstoff für viele chemische Medikamente. So stammt zum Beispiel Salicylsäure, der Ausgangsstoff des Aspirins, ursprünglich aus der Weidenrinde. In Deutschland werden in der Phytotherapie mehr als 400 Pflanzen und Kräuter genutzt. Viele haben mittlerweile auch einen festen Platz in der so genannten Schulmedizin. Aus naturheilkindlicher Sicht beruht die Wirkung der Pflanzen in der Regel nicht nur auf einem einzelnen Wirkstoff, sondern auf den verschiedenen Inhaltsstoffen, die sich in ihrer Wirkung ergänzen.

Anwendungsbereiche
Mit der Phytotherapie wird eine Vielzahl von Krankheitsbildern und Störungen behandelt. Einige davon sind Angstzustände, Erkältungen, Blasen- und Nierenbeschwerden, Magen- und Verdauungsprobleme, Hauterkrankungen, Arteriosklerose, Depressionen, prämenstruelle Beschwerden, Schlaflosigkeit, gutartige Prostatavergrößerung und Rheuma.

Die Therapie
Die Heilpflanzen werden unter anderem zu Tabletten, Kapseln, Tropfen oder Zäpfchen verarbeitet und nach Anweisung eingenommen.

Risiken und Nebenwirkungen
Welche Nebenwirkungen möglich sind hängt vom jeweiligen Mittel ab. Zum Teil sind sie gravierender als erwartet, denn Naturheilmittel sind nicht zwangsläufig "sanfte" Arzneien. Eine weitere Gefahr liegt darin, dass die Wirkung anderer Arzneimittel durch pflanzliche Medikamente herabgesetzt werden kann.

Die Wirksamkeit
Begründete Hinweise für die Wirksamkeit liegen für den Einsatz von Teufelskralle bei Patienten mit Rheuma und Schmerzen vor. Auch für die Wirksamkeit von Sägepalme bei gutartiger Prostatavergrößerung, Johanniskraut bei depressiven Verstimmungen und Rosskastanie bei Krampfadern gibt es wissenschaftlich begründete Hinweise. Für andere Pflanzen, wie zum Beispiel Echinacea, einem Extrakt aus dem roten Sonnenhut, oder Arnika, kann die Wirksamkeit nicht nachgewiesen werden.


Literatur

Lexikon der Pflanzenheilkunde: Wirkung, Botanik, Anwendung, Geschichte.
Ennet, Diether; Reuter, Hans D.
1998, Hippokrates Verlag, Stuttgart
39,95 Euro
ISBN: 3-77731-286-X






Radio zum Mitnehmen

Blaues Ohr mit Ohrstöpsel mit von ihm ausgehenden Sendewellen vor blauem Hintergrund (Rechte: WDR)

Leonardo als Podcast [mehr]

Die Kleine Anfrage

Hörer fragen, Leonardo antwortet
[mehr]