Blutegeltherapie

Bild: Hot Stone Massage; Rechte: WDR

Dossier Alternativmedizin


Blutegeltherapie


Das Konzept
Das Verfahren gehört zu den so genannten ausleitenden Therapien und wird schon seit Jahrtausenden praktiziert. Nachdem die Behandlung gegen Ende des 19. Jahrhunderts nur noch selten zum Einsatz kam, wird die Methode jetzt wieder neu entdeckt. Der Speichel des Blutegels enthält Wirkstoffe, die gerinnungs- und entzündungshemmend sind. Außerdem werden durch den Biss die Gefäße erweitert. Zudem wirken die Bisse als unspezifische Reize und können so Schmerzen lindern.

Anwendungsbereiche
Bei Krampfadern, Besenreisern, Venenleiden, Arthrose oder Tinnitus arbeiten Therapeuten mit Blutegeln. Auch in der plastischen Chirurgie und der Mikrochirurgie werden sie eingesetzt.

Die Therapie
Die Blutegel der Gattung "Hirudo medicinalis" werden an verschiedenen Stellen des Körpers angesetzt. Wenn sie vollgesogen sind, fallen sie von alleine ab.

Risiken und Nebenwirkungen
Wegen der Infektionsgefahr sollten Blutegel immer nur einmal eingesetzt werden. Möglich sind außerdem Hautreizungen und Entzündungen an der Bissstelle.

Die Wirksamkeit
Studien gibt es bislang nur für den Einsatz bei Arthrosen. Am aussagekräftigsten sind zwei Untersuchung zur Kniegelenksarthrose. Das Ergebnis: Die Patienten, die mit Blutegeln behandelt wurden, hatten weniger Schmerzen als diejenigen, die eine konventionelle Schmerztherapie bekamen. Zwar zählt die Blutegel-Therapie zu den so genannten ausleitenden Verfahren, aber die Vorstellung, dass bestimmte Stoffe im Körper, oder wie es früher hieß, "schlechte Körpersäfte", die Auslöser für Krankheiten sind, ist wissenschaftlich nicht haltbar. Die Wirksamkeit dieses Verfahrens beruht auf der Zusammensetzung des Speichels und dem Reiz, der durch den Biss des Blutegels ausgelöst wird.


Literatur

Blutegeltherapie
Michalsen, Andreas; Roth, Manfred (Hrsg.)
2006, Haug, Stuttgart
34,95 Euro
ISBN: 3-83047-169-6






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