Ayurveda

Bild: Hot Stone Massage; Rechte: WDR

Dossier Alternativmedizin


Ayurveda


Das Konzept
Ayurveda ist die traditionelle indische Gesundheitslehre. Die "Wissenschaft vom Leben" ist mehrere tausend Jahre alt. Nach der ayurvedischen Lehre wird der Mensch als Spiegelbild des Universums betrachtet. Beherrscht wird er von den drei Lebensenergien: Vata (Wind), Pitta (Feuer) und Kapha (Festigkeit). Jedes dieser drei "Doshas" ist demnach für einen bestimmten Bereich zuständig. So soll Vata die Bewegungen und das Denken steuern, Pitta die Verdauung und den Stoffwechsel und Kapha die Blutgefäße und das Immunsystem. Die ayurvedische Medizin soll mögliche Ungleichgewichte der drei Doshas ausbalancieren.

Anwendungsbereiche
Im Mittelpunkt dieser Medizin stehen die Prävention und die frühe Behandlung. Zum Anwendungs-Spektrum gehören unter anderem entzündliche Darmerkrankungen, Hautkrankheiten, Bluthochdruck und Asthma.

Die Therapie
Eine wichtige Rolle spielt die Ernährung. So werden für jedes Dosha bestimmte Nahrungsmittel und Gewürze empfohlen. Typisch für die ayurvedische Medizin sind zudem ausleitende Verfahren wie künstlich erzeugter Brechreiz oder Aderlässe. Auch Anwendungen mit heißem Öl wird reinigende Wirkung zugesprochen. Die Annahme, dass der Körper auf diese Weise von "schlechten" Körpersäften befreit und so ein Heilungsprozess angeregt wird, ist falsch.

Kräuter, Pflanzen und Metalle
Es gibt rund 700 ayurvedische Kombinationspräparate. Diese werden meistens aus Kräutern, Heilpflanzen oder Metallen zusammengemischt. In Deutschland sind sie nicht als Arzneimittel zugelassen.
Zudem haben ayurvedische Behandlungen wie Massagen und Stirngüsse mittlerweile auch im Wellnessbereich einen festen Platz.

Risiken und Nebenwirkungen
Die so genannte Panchakarma-Kur, in deren Mittelpunkt ausleitende Verfahren stehen, ist sehr anstrengend. Wer akut erkrankt ist, sollte sie deshalb nicht anwenden.
Weil die ayurvedische Medizin aus einem anderen Kulturkreis kommt, sind außerdem einige Krankheitsbilder unbekannt, eine besondere Therapie dieser Erkrankungen ist daher nicht möglich.
Die ayurvedischen Medikamente können Schadstoffe enthalten.

Die Wirksamkeit
Verlässliche Studien zur Wirksamkeit liegen bis auf wenige Ausnahmen nicht vor. Allerdings scheint es Hinweise zu geben, dass sich ayurvedische Arzneimittel unter anderem positiv auf Akne, Arthrose, Diabetes und die Parkinsonkrankheit auswirken können.
Möglich ist auch, dass Massagen die Selbstheilung fördern, weil sie Körper und Seele gut tun. Dann wären es aber weniger die ayurvedischen Anwendungen als viel mehr die Zuwendung, die Leiden lindert.


Adressen

Deutsche Gesellschaft für Ayurveda e.V.

Chausseestraße 29
10115 Berlin

Tel: 0180-500-77-969


Literatur

Handbuch Ayurveda
Schott, Ernst; Schachinger, Wolfgang
2004, Haug, Stuttgart
29,94 Euro
ISBN: 3-3042-106-0

Das große Ayurveda-Heilbuch
Lad, Vasant
2003, Windpferd, Aitrang
12,90 Euro
ISBN: 3-89385-428-2






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