KiRaKa
Radiohören, spielen, schlauer werden - auf der neuen Seite des KiRaka können sich Kinder und Erwachsene über das Pogramm informieren, Wortsalate lösen und ihre Meinung sagen. [mehr]

Lilipuz wird zu KiRaKA
Das Kinderradio bekommt einen neuen Look und einen neuen Namen: Ab heute (04.09.2012) geht das neue Internetangebot des WDR KiRaKa an den Start. Außerdem heißt die WDR 5-Sendung Lilipuz ab sofort KiRaKa.

KiRaKa - Interview mit Ulla Illerhaus [WDR 3]
Den digitalen Kinderradiosender KiRaKa (KinderRadioKanal) gibt es seit sechs Jahren, die Nachmittagssendung "Lilipuz" seit 22 Jahren - jetzt wachsen beide Programme zusammen. WDR 5 hat mit Ulla Illerhaus, Leiterin der WDR-Kinderprogramme, darüber gesprochen, warum ab sofort KiRaKa das Ruder übernimmt und was Radio für Kinder bedeutet.
WDR 5: Der KiRaKa hat eine neue Internetseite bekommen – was kann man da entdecken?

Ulla Illerhaus: Man entdeckt sofort, dass man Radio hören kann. Wenn man die Internetseite aufruft, geht das Radio los. Das kann man hören, während man sich auf den Seiten umguckt, spielt oder sich darüber informiert, was gerade im Programm läuft. Man kann es aber auch ausschalten. Es gibt jede Menge Beiträge, die man hören kann zu verschiedensten Themen. Es gibt zu vielen Beiträgen auch Spiele – zum Beispiel Puzzle oder Wörter, die neu zusammengesetzt werden. Es gibt keine gezeichneten Bildchen mehr, sondern immer wechselnde neue Fotografien – um auch ältere Kinder anzusprechen.
WDR 5: Wie alt sind die Kinder, die sie ansprechen wollen?
Ulla Illerhaus: Wir machen Programm für Kinder im Grundschulalter. Viele der älteren Kinder fanden sich von Lilipuz nicht mehr angesprochen. Die fanden das uncool, weil die dachten, das sei für kleine Kinder. Die Kinder können jetzt entdecken: Da sind spannende Sachen und die wissen, wie ich ticke.
WDR 5: Das Internetangebot ist cooler geworden - ändert sich auch etwas im täglichen Radioprogramm?
Ulla Illerhaus: Bei WDR 5 verändert sich gar nicht so viel. Es klingt aber ein bisschen anders und neu. Ab heute heißen wir nicht mehr Lilipuz. Deswegen heißt es jetzt, wenn die Sendung losgeht: "WDR 5 KiRaKa - Radio für Kinder". Eingefleischten Hörern dürfte auch auffallen, dass sich die Schlussmusik geändert hat. Aber ansonsten bleibt alles so, wie es die Kinder gewohnt sind.
WDR 5: Der digitale Radiosender KiRaKa sendet täglich 16 Stunden - welche Hörtipps haben Sie?

Ulla Illerhaus: Wir senden jetzt schon seit einigen Monaten zwei neue Formate: Das eine ist der "Radio-Toaster" am Sonntag von 10 bis 12 Uhr. Und die andere Sendung ist "Kelebek", die deutsch-türkische Radiosendung für Kinder. Und diese beiden Sendungen laufen nur im KiRaKa, nicht auf UKW, also nur im Digitalradio.
WDR 5: An welche Kinder richtet sich diese Sendung?
Ulla Illerhaus: Wir wollen deutsche Kinder ansprechen, aber vor allem auch Kinder mit einem türkischen Migrationshintergrund. Sie sind oft in der Situation, dass sie Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache haben, aber auch Türkisch nicht richtig können. Wenn sie ihre eigene Sprache richtig lernen, fällt es ihnen viel leichter auch die deutsche Sprache richtig zu lernen. Und da setzt die Sendung "Kelebek" an, dass es zum einen so eine Art Sprachkurs gibt, bei dem der deutscher Moderator auch von Anfang an mitgemacht hat. In der Sendung gibt es Beiträge über türkische Kultur, über Essen und Traditionen. Die Sendung ist in dieser Form einzigartig in Deutschland.
WDR 5: Früher haben Kinder oft stundenlang vor dem Radio gesessen. Aber wie sieht das heute aus? Ist Radio für Kinder noch wichtig?

Ulla Illerhaus: Das Radio ist immer noch ein sehr interessantes und spannendes Medium für Kinder. Nach einer Studie der WDR-Medienforschung* gaben knapp Dreiviertel der Kinder an, zu Hause Radio, Musikhörspiele oder Hörbücher zu hören. Insgesamt wird bei vielen Nachmittagsbeschäftigungen im Haus immer wieder auch etwas gehört, auch Radio. Das Image des Radios ist sehr positiv. Die Kinder bezeichnen das Radio als cool, lustig und spannend. Radio ist überhaupt nicht langweilig oder out, auch trotz der starken Präsenz des Internets und des Fernsehens.
WDR 5: Oft möchten Eltern nicht, dass ihre Kinder zu viel Fernsehen gucken. Wie sieht das denn beim Radio aus? Wie wichtig ist das Radio für die Entwicklung von Kindern?
Ulla Illerhaus: Radiohören und überhaupt Zuhören können, ist eine ganz wichtige Kompetenz – wichtig in allen Lebensbereichen. Wer gelernt hat, besser zu zuhören und sich zu konzentrieren, hat es auch in der Schule leichter und ist in allen Unterrichtsfächern und im täglichen Leben kompetenter. Und dafür sind wir natürlich das beste Medium, das man sich vorstellen kann.
*Studie: Die Bedeutung von Radio und Internet für Kinder, August 2012.
Das Interview führte Katrin Schlusen.
Der WDR KiRaKa ist der digitale Radiosender für Kinder. Man kann ihn über DAB+ empfangen, auch per Satellit mit DVB-S oder per Kabelanschluss über DVB-C. Es gibt auch USB-Sticks mit DAB+ Antennen. Zudem gibt es auch die Möglichkeit, den Sender auf der Internetseite des KiRaKa zu hören oder die WDR Radio App auf dem eigenen Smartphone zu installieren.
Stand: 04.09.2012