Beste Darsteller

Silhouette James Bond; Rechte: dpa

WDR 5 Thementag am 5. Oktober



Ein James Bond - Sechs Schauspieler

Wer ist der Beste?

Was haben alle James-Bond-Darsteller gemeinsam? Sie sehen gut aus und sind sportlich. Aber was muss ein Schauspieler mitbringen, um als James Bond erfolgreich zu sein? Die schauspielerische Leistung ist nicht so wichtig. Entscheidend ist das Image, das transportiert wird. James Bond gilt zwar seit 50 Jahren als starker Kämpfer und erfolgreicher Frauenheld, aber er ist mit der Zeit nachdenklicher geworden, raucht nicht mehr, trägt nicht nur britische, sondern auch italienische Maßanzüge und ändert seine Trinkgewohnheiten von Zeit zu Zeit. Den Wandel der Figur verkörpern die Schauspieler – mal hervorragend, mal weniger gut.

 

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Sean Connery

Bild: Schauspieler Sean Connery; Rechte: akg-images
Der erste Bond

"James Bond jagt Dr. No" (1962) war der erste von sieben Filmen, in denen Sean Connery 007 spielte. Der Schotte, der neun Jahre zuvor beim "Mister-Universum-Wettbewerb" die Bronzemedaille gewonnen hatte, tastete sich in den 50ern an Film und Fernsehen heran. Weltweit bekannt wurde er aber erst in seiner Rolle als James Bond. In den 60er Jahren stand er für fünf Bond-Filme vor der Kamera. Er spielte den MI6-Agenten als einen selbstbewussten Zyniker, der die Frauen verführte und stets siegesgewiss in den Kampf gegen seine Feinde zog - und natürlich gewann. Bis heute halten einige den ersten Bond-Darsteller für den besten Bond-Mimen.


George Lazenby

Bild: George Lazenby; Rechte: Picture-Alliance
Nur einmal zu sehen

Nur einmal spielte der Australier, der in jungen Jahren als Model gearbeitet hatte, den Geheimagenten. Der Film "Im Geheimdienst Ihrer Majestät" (1969) kam beim Publikum, das sich an Sean Connery gewöhnt hatte, nicht so gut an. Auch die Produzenten waren mit Lazenby unzufrieden, da er lange zögerte, einen Vertrag über insgesamt fünf Bond-Filme zu unterzeichnen. Die Konsequenz: Sie arbeiteten nicht mehr mit ihm zusammen. So kam Sean Connery in "Diamantenfieber" (1971) nochmals zum Zuge, bevor Roger Moore die Rolle von 007 übernahm.


Roger Moore

Bild: Roger Moore; Rechte: Picture-Alliance
Der Schönling

Der erste Engländer, der den britischen Geheimagenten James Bond mimte, prägte den Bond der 70er und 80er Jahre. Sein erster Film war "Leben und sterben lassen" (1973), es folgten "Der Spion, der mich liebte" (1977), "Moonraker – Streng geheim" (1979), "Octopussy" (1983), "Bis im Angesicht des Todes" (1985) und noch weitere Filme. In insgesamt sieben Bond-Filmen spielte der Schauspieler mit, der schon vor seinen Auftritten als Geheimagent durch Fernsehserien berühmt geworden war. Er war der Schönling, das männliche Sexsymbol seiner Zeit, aber nicht der beste Schauspieler – und zeitweise sehr unglücklich darüber. Später gab er zu, in der Zeit, in der er James Bond spielte, medikamentenabhängig gewesen zu sein. Mit seiner Rolle als 007 verbindet ihn auch privat eine Vorliebe für Luxus, Zigarren und schnelle, teure Autos.


Timothy Dalton

Bild: Timothy Dalton; Rechte: Picture-Alliance
Von Shakespeare zu Bond

Der Waliser Timothy Dalton kam vom Theater und hatte vor seiner Rolle als 007 in zahlreichen Shakespeare-Stücken mitgespielt. Er liebte literarische Stoffe und ließ sich – obwohl der Produzent Albert R. Broccoli ihn schon Anfang der 70er Jahre bat, die Rolle des James Bond zu übernehmen – viele Jahre Zeit, bis er schließlich doch zusagte. Seine Bilanz: die beiden Bond-Filme "Der Hauch des Todes" (1987) und "Lizenz zum Töten" (1989). Die Filme unterscheiden sich von den Vorgängern dadurch, dass auf absurde Episoden verzichtet wurde und sich der Produzent und der Schauspieler wieder auf die Wurzeln besannen: die literarische Vorlage. Dem Feingeist Timothy Dalton wurde außerdem nachgesagt, dass er den Geheimagenten menschlicher erscheinen lasse.


Pierce Brosnan

Bild: Pierce Brosnan; Rechte: Picture-Alliance
Der moderne Bond

Er ist der James Bond der 90er Jahre. Brosnan, in Irland geboren und in London aufgewachsen, drehte insgesamt vier Bond-Filme. Sein erster, "GoldenEye" (1995), wurde zum bis dahin erfolgreichsten Bond-Film – und spielte mehr als 350 Millionen Dollar ein. Bekannt wurde er vor seiner Rolle als MI6-Agent durch diverse Fernsehserien. Seine Titelrolle in der Serie "Remington Steele" verhinderte sogar, dass er den Bond schon früher verkörperte. Da er aus seinem TV-Vertrag nicht heraus kam, wollte der Produzent Albert R. Broccoli ihn nicht verpflichten. Ein Serienschauspieler, der zugleich im Kino den berüchtigten Geheimagenten spielen würde, entsprach nicht seiner Vorstellung. In "GoldenEye" veränderte sich vieles. Bond erhielt ein moderneres Image, es gab erstmals auch starke Frauenfiguren, selbst M war von nun an eine Frau und der Feind war nicht mehr der KGB, sondern die russische Mafia. Nach vier Filmen war Schluss für Brosnan, obwohl er gerne ein weiteres Mal in die Rolle des James Bond geschlüpft wäre. Vermutlich war er den Produzenten einfach zu alt geworden – sie entschieden sich für den 15 Jahre jüngeren Daniel Craig als Nachfolger.


Daniel Craig

Bild: Daniel Craig; Rechte: Picture-Alliance
Der aktuelle Bond

Der sechste Darsteller des Geheimagenten ist der zweite Engländer, der James Bond spielen durfte. Schon im Alter von sechs Jahren spielte Craig Theater, später nahm er in London ein Schauspielstudium auf. Den internationalen Durchbruch als Schauspieler erreichte er in der Rolle des James Bond – die ihm anfangs von einigen Boulevardjournalisten und Bond-Fans nicht zugetraut wurde. Sie warfen ihm vor, dass er zu blond und zu langweilig sei. Er belehrte seine Kritiker eines besseren. Craigs erster Bond-Film "Casino Royale" (2006) wurde bis dahin der erfolgreichste Streifen der Reihe. Die Kritik an Craig, der großes Mitspracherecht am Set haben soll, wurde leiser. Auch im neuen Bond-Film "Skyfall", der am 1. November in Deutschland ins Kino kommt, spielt Craig die Hauptrolle.



Stand: 01.10.2012




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