Rene Steinberg

Portrait von Rene Steinberg (WDR)

Rene Steinberg

„Dann machen sie doch, was ihnen Spaß macht!“

Moderiert:
 Streng öffentlich!
 Spaß 5

Das waren die letzten Worte des Personalchefs einer großen Aktienholding als er mir meine Bewerbungsunterlagen mit eisiger Miene zurückschob. Zuvor hatte er mich gefragt, warum ich denn bitte in Deutsch, Geschichte oder Politik so deutlich besser war als in Mathe, Physik oder Chemie und ich hatte wahrheitsgemäß geantwortet: „Naja, weil das mehr Spaß macht“….

Zugegeben, das Abitur und somit das Ende der Schullaufbahn hatte mich viel zu überraschend getroffen und eine Bewerbung zum Büro-, Groß- und Aussenhandels- oder sonst einem Kaufmann war die einzige Möglichkeit, die mir auf die Schnelle eingefallen war. Aber die Worte zeigten Wirkung… Dem Tipp folgend schrieb ich mich komplett ziellos an der Uni-Essen für Germanistik ein – lesen hatte mir immer schon Spaß gemacht. Und weil in der Antrittsvorlesung der Professor gemahnte „Machen sie während des Studiums bloß was nebenher!“, bekam ich bald mein erstes Praktikum bei der WAZ-Stadtteilzeitung Essen-Kettwig.

Über die Stationen der WAZ-Jungendbeilage und diverse unrentable aber sehr unterhaltsame Reportertätigkeiten kam ich ’94 zum Lokalfunk, bei dem ich den Spaß an Tönen entdeckte und wurde 1999 zur Hannoveraner „Radio-Comedy-Akademie“ eingeladen. Als Folge erklang der Ruf zu SWR3 und in der dortigen Comix-Redaktion erlernte ich das wunderbare aber schwere Handwerk der leichten Unterhaltung.

Doch so malerisch der Schwarzwald auch sein mag - dank starker Heimatverbundenheit wechselte ich 2001 zum WDR und belieferte vom frisch gegründeten Heimstudio zunächst Eins Live, bald darauf WDR2 mit den unterschiedlichsten tagesaktuellen Comedies, Satiren, Glossen, Spässken und Gäggerles. Seit 2006 darf ich mich auch bei WDR 5 austoben: Im Morgenecho bin ich einer der regelmäßigen Schrägstrich-Autoren, in Spass 5 bin ich wahlweise „Sarko de Funes“, Vater von der Leyen, Reiner Calmund oder auch mal die komplette Monster-Riege der Sesamstraße und seit 2008 moderiere ich bei „Streng öffentlich!“ die Newcomer-Show „Kabarett-Slam“.
Kurzum: ich bin dem Personalchef von damals sehr, sehr dankbar für seinen Rat, den ich zu meinem großen Glück konsequent umsetzen darf: Ich mache und habe beruflich wie privat jeden Tag furchtbar viel Spaß.

Nachtrag (Achtung, Treppenwitz): Die Aktienholding ist schon vor einigen Jahren in Konkurs gegangen.




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