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Das vielleicht größte Lob bekam er - wenn auch ungewollt - von einem seiner schärfsten Gegner. „Die Hunde kokettieren, wo es passend scheint, mit der Arbeiterfrage“, schimpfte Karl Marx 1869 über jene katholischen Geistlichen, die sozialreformerische Veränderungen predigten, die seinen eigenen Forderungen nicht unähnlich waren.
Besonders einer war ihm ein Dorn im Auge: Wilhelm Emanuel von Ketteler, der „Arbeiterbischof" aus Mainz, der als Gründer der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) zu einem Wegbereiter der katholischen Soziallehre wurde. Der gelernte Jurist machte zunächst eine Beamtenkarriere, kehrte dem preußischen Staat aber 1837 demonstrativ den Rücken, als dieser den Kölner Erzbischof Clemens August des Amtes enthob. Als junger Kaplan im heimatlichen Münsterland hinterließ er ebenso Spuren wie später als Zentrums-Politiker in der Frankfurter Nationalversammlung. Ein gesellschaftskritischer Geist, der manchen Sozialisten links zu überholen schien.
Nach Kettelers Tod 1877 bekannte Otto von Bismarck mit Blick auf die Sozialgesetzgebung: „Ohne ihn wären wir noch nicht so weit.“
Autor/in:
Kay Bandermann
Redaktion:
Hildegard Schulte





