Donnerstag, 23.05.2013

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Verschiedene Jahreszahlen. (Rechte: WDR)
Sendung vom 24.04.2012, 09:05 bis 09:20 Uhr
Bild: DDR-Modetanz "Lipsi", Rechte: picture-alliance/ZB/dpa/Erich Sch

 DDR-Modetanz "Lipsi"

Die Tanzmusikkonferenz der DDR beginnt

24. April 1972

Der Musik ist einfach nicht zu trauen. Das war ein Verdikt der DDR-Obrigkeit, wenn es nicht gerade um Beethoven oder Tschaikowski ging. Populäre Musik kann gefährlich sein. Das lag daran, dass sie meist ungefragt die Staatsgrenze überwindet und sich in den Gehörgängen des Nachwuchses festsetzt, so dass der gar nicht mehr die frohe Botschaft vom siegreichen Sozialismus hören will. Schlimmer noch: Die Musik könne westliche Dekadenz im Schlepptau haben und die DDR-Jugend so verderben, dass auch der nächste SED-Parteitag keinen Ausweg mehr weiß.

Jazz und Beat wurden in den 50er Jahren verdammt. Ein paar Jahre später waren Jazz und Beat dann nicht mehr ganz so schlimm. Die DDR wollte ihre Jugend nicht zu sehr bevormunden. Die Tanzmusikkonferenz in Ostberlin stellte die Weichen etwas anders. Aber eines sollte bleiben: Die Obrigkeit träumte von einer eigenen populären Musik mit eigenen Ausdrucksformen und eigenen Inhalten – natürlich positiven: Schönes Leben im Sozialismus im populären Takt.

Jede Zeit hat ihre Illusionen.

Autor/in:

Thomas Klug

Redaktion:

Ronald Feisel

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