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„Im Grunde ist alles Große in der Welt schwul!“ Mit solchen Sentenzen löste der spätere Literaturnobelpreisträger André Gide 1924 einen Skandal aus. Der seit knapp dreißig Jahren verheiratete Schriftsteller ging sogar noch weiter und bekannte sich dazu, Päderast zu sein.
Auch politisch sorgte der vom väterlichen Erbe lebende Großbürger für Aufregung: erst durch sein Anprangern der kolonialen Ausbeutung, dann durch sein Bekenntnis zum Kommunismus, das er 1936, nach einer Reise in Stalins Sowjetunion, allerdings enttäuscht widerrief. Denn die Selbstbestimmung des Individuums ging André Gide über alles.
Auch literarisch löste er sich mit formalen Experimenten von den Zwängen der Tradition: so in seinem berühmten Roman „Die Falschmünzer“.
Autor/in:
Christoph Vormweg
Redaktion:
Hildegard Schulte






