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Im November 1976 treffen sich zwölf namhafte Künstler der DDR im Anwesen von Manfred Krug in Berlin Pankow. Auf Initiative von Stephan Hermlin hatten Stefan Heym, Christa Wolf und die anderen eine Protesterklärung gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann verfasst, der sich über 100 Künstler anschlossen. Auch Manfred Krug hatte unterschrieben. Bei Schmalzstullen, Kaffee und Sprudelwasser debattierten sie nun mit Kulturminister Werner Lamberz, dem „Kronprinzen“ Honeckers, der die Urheber auffordert, sich öffentlich von ihrem Schreiben zu distanzieren.
Manfred Krug tut es nicht. Krug gehört zu den bekanntesten Fernseh- und Bühnenstars der DDR, füllt mit seinen Schlager- und Jazzkonzerten ganze Hallen und ist der ostdeutsche Publikumsliebling. Doch die Unterredung hat Konsequenzen. Bereits zugesagte Rollen werden ihm wieder genommen, seine Filme nicht mehr gezeigt, angekündigte Konzerte abgesagt.
Manfred Krug reicht im April 1977 seinen Ausreiseantrag ein. Daraufhin lockt ihn die Partei wieder mit großen Filmrollen, Konzerttourneen und Plattenverträgen. Eine schmerzvolle Tortur voller Zweifeln, Zukunftsängsten und Misstrauen beginnt.
Autor/in:
Michael Rüger
Redaktion:
Susanne Rabsahl





