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Lange Zeit seines Lebens war Joseph von Lassberg ein Objekt der öffentlichen Neugier: als Geliebter der regierenden Landesherrin Elisabeth zu Fürstenberg, die diesen Donaueschinger Forstmeister als Geheimen Rat 1804 in ihr Kabinett und ihr Bett holte. Sogar einen gemeinsamen Sohn hatten sie, obwohl Laßberg verheiratet war.
Doch als der eigentliche Thronfolger volljährig wurde, widmete sich das Paar einer anderen Leidenschaft: sie sammelten Bücher und alte Handschriften. Die berühmteste von ihnen war die mittelalterliche Handschrift des Nibelungenliedes, bald schon als eine von Deutschlands größten Kulturschätzen anerkannt.
Als Joseph von Laßberg am 15. März 1855 starb, hatte er eine weltbekannte Bibliothek aus rund 300 Handschriften und 11000 Druckwerken zusammengetragen – ein unermesslicher Schatz damals wie heute.
Autor/in:
Jutta Duhm-Heitzmann
Redaktion:
Hildegard Schulte





