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Hausfassade mit Uhr und Schriftzug "Zeitzeichen" (Rechte: WDR / picture alliance)
Sendung vom 10.02.2010, 09:05 bis 09:20 Uhr
Bild: Boris Pasternak, Rechte: SWR/Bildarchiv preussischer Kulturbesitz, Berlin

 Boris Pasternak

Der Geburtstag des russischen Dichters Boris Pasternak

10. Februar 1890

„Bin am End, ein Tier im Netze. Fern gibt’s Menschen, Freiheit, Licht. Hinter mir der Lärm der Hetze, und nach draußen kann ich nicht.“ Diese Zeilen stammen aus Pasternaks Gedicht „Nobelpreis“ von 1959. Sie drücken die tiefe Verzweiflung aus, die der russische Dichter gegen Ende seines Lebens besonders stark gefühlt haben muss.

1958 soll ihm der Nobelpreis für seinen regimekritischen Roman „Doktor Schiwago“ verliehen werden; doch Pasternak verzichtet auf die hohe Auszeichnung. Er will die sowjetischen Machthaber nicht verärgern und er will auf keinen Fall sein geliebtes Russland verlassen müssen.

Pasternak, der Russe mit dem sinnlichen Mund und den großen ernsten Augen schreibt weiter. Lara, die Geliebte seines Romanhelden Schiwago, lässt er in einer unmenschlich kalten und von Wolfsgeheul durchdrungenen Winternacht den Satz sagen: „Juri, in was für einer schlimmen Zeit leben wir eigentlich?“

Autor/in:

Andrea Klasen

Redaktion:

Hildegard Schulte

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