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Verschiedene Jahreszahlen. (Rechte: WDR)
Sendung vom 09.04.2012, 09:05 bis 09:20 Uhr
Bild: Lew Kopelew, Rechte: dpa/Fabian Matzerath

 Lew Kopelew

Der Geburtstag des russischen Germanisten und Schriftstellers Lew Kopelew

9. April 1912

Mit Megaphon und Kalaschnikow war Propagandaoffizier Lew Kopelew in den Krieg gegen Hitler-Deutschland gezogen. Doch in Ostpreußen, als sich der Rachedurst vieler Rotarmisten entlud, zeigte der studierte Germanist „Mitleid mit dem Feind“. Die Strafe: zehn Jahre Lagerhaft. Auch sie konnten Lew Kopelews Glauben an den Kommunismus nicht brechen.

Erst in den 1960er Jahren kritisierte er immer offener die Knebelung Andersdenkender durch das Sowjet-Regime. 1981, während einer Studienreise in die Bundesrepublik, wurde er deshalb ausgebürgert. Von da an war der Böll-Freund mit weißem Rauschebart und Pathos in der Stimme bei uns allgegenwärtig: als Vorkämpfer für die deutsch-russische Versöhnung, als Bürgerrechtler und Humanist.

Für Liedersänger Wolf Biermann war Lew Kopelew „der ewige russische Weihnachtsmann, den alle gut finden“, für den russischen Großdichter Jewgenij Jewtuschenko „einer der letzten Idealisten“.

Autor/in:

Christoph Vormweg

Redaktion:

Hildegard Schulte

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