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Orff ist ein gestandener Komponist, Kapellmeister und Musikpädagoge, als ihm Mitte der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts zufällig eine Gedichtsammlung aus dem Mittelalter in die Hände fällt:
Lieder über Liebe, Lust und Leidenschaft, über Essen und Trinken und die Vergänglichkeit des Lebens. Auf dem Titelblatt das Schicksalsrad mit der antiken Göttin Fortuna. „Bild und Text überfielen mich“, sagte Orff. Augenblicklich habe ihm Bühnenwerk mit Sing- und Tanzchören vorgeschwebt, und nach einer schlaflosen Nacht war schon der berühmte Eingangschor „O Fortuna“ geboren.
Insgesamt zwei Dutzend Trink- und Liebeslieder aus der alten Handschrift komponierte Carl Orff zu einer Art szenischen Kantate für zwei Klaviere, Schlagwerk, Chor und Solisten – ein genialer Wurf, der sein bisheriges und künftiges Schaffen überstrahlt und ihm Wohlstand und Ruhm verschaffte.
Autor/in:
Hildburg Heider
Redaktion:
Hildegard Schulte
Zeitzeichen: Die Uraufführung der Carmina Burana von Carl Orff am 8. Juni 1937





