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Schon der zweite Vorname „Tristan“, den seine Eltern ihm nach der Geburt im Jahr 1904 gaben, zeigt, dass aus dem feingliedrigen Reinhard Heydrich eigentlich ein Musiker werden sollte. Das Zeug dazu hatte der Spross eines Komponisten und Opernsängers, und er blieb tatsächlich Zeit seines Lebens dem Geigenspiel verbunden. Aber seinen kreativen Ehrgeiz investierte er von 1931 an lieber in den Aufbau des nationalsozialistischen Sicherheitsapparats unter Leitung seines Entdeckers und Förderers Heinrich Himmler.
Binnen weniger Jahre wandelte sich der nationalkonservative Oberleutnant zur See zum fanatischen Organisator der sogenannten Endlösung der Judenfrage. Als am 27. Mai 1942 tschechoslowakische Untergrundkämpfer ein Attentat auf den mittlerweile zum stellvertretenden Reichsprotektor in Böhmen und Mähren aufgestiegenen Heydrich verüben, wird er Opfer der eigenen Ideologie: Im Glauben an seine Überlegenheit tritt er den Attentätern entgegen und gerät dadurch erst in den Hagel ihrer Granatsplitter. Acht Tage später erliegt er den Folgen seiner Verletzungen.
Die SS rächte Heydrich noch am Tag seiner Beerdigung, als sie unweit von Prag das Dorf Lidice mit seinen 503 Einwohnern auslöschte.
Autor/in:
Uwe Schulz
Redaktion:
Ronald Feisel





