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Bis zu 6.750 Fachkräfte werden 2013 in NRW fehlen. Das geht aus einer aktuell veröffentlichten Studie der Bertelsmann-Stiftung hervor. Warum geht eigentlich keiner dagegen auf die Barrikaden? fragt sich Irene Geuer.
Es reicht doch jetzt eigentlich mal. Studien über Studien belegen: wir geben zu wenig Geld für unsere Kinder aus. In allen Bereichen bestimmt das Wort "Mangel" die Verhältnisse. Jetzt also ist es der Mangel an Erzieherinnen und Erziehern, der uns laut Bertelsmann vom kommenden Jahr an droht. Und all das ist für mich als Mutter unverständlich. Der Geburtstermin eines jeden Kindes ist klar und wird von den Behörden registriert. Also wissen wir heute schon, wie viele Kinder in zwei oder drei Jahren einen Kitaplatz brauchen. Wo ist also das Problem? Ich glaube, das liegt nicht an der Organisierbarkeit von Kinderbetreuung, sondern an dem Willen, es zu tun.
Die Landesregierung könnte mir jetzt entgegenhalten: Aber wir tun doch etwas! Und ich sage: Aber nicht genug! Wer seine Zukunft großartig gestalten will, muss Großartiges leisten. Und da will ich nicht nur die Landesregierung in die Pflicht nehmen. Kinder sind eine gesellschaftliche Aufgabe. Und das bedeutet: Leute, geht auf die Straße und klagt das Recht auf Kitaplätze ein. Warum keine Demos? Wenn es gegen Rechts oder gegen Atomkraft geht, kommen tausende mit Plakaten. Bei Kitaplätzen tendiert die gesellschaftliche Solidarität gegen Null.
Warum eigentlich? Wir werden alle älter und wir brauchen die Jugend. Sehen wir es doch pragmatisch und mal ganz wirklichkeitsgetreu: Wer soll uns im Alter vernünftig betreuen, wer soll die Geschicke des Landes lenken, wenn nicht unsere Kinder? Oder wollen wir von ihnen tatsächlich doch nur, dass sie uns den Hintern abwischen, wenn wir es selbst nicht mehr können? Wenn wir in Kinder investieren, dann investieren wir in uns alle. Also stehen wir doch alle einfach in unseren Egobedürfnissen ein wenig zurück und sagen der Landesregierung noch deutlicher: Mehr Millionen für die Kinder! Und wir selbst könnten derweil dafür sorgen, dass Kinderjauchzen nicht als Lärmbelästigung gilt, dass Betreuer mit ihrem Einkommen überall im Land – auch in Düsseldorf – eine adäquate Wohnung finden. Dass überhaupt der Beruf des Erziehers angesehen wird. Dann brauchen wir keine Studien über den Mangel. Dann könnten vielleicht Studien erstellt werden, die unsere vorbildliche Leistung in NRW loben. Wir müssen es nur wollen!








